In der Innenstadt von Neustrelitz sind 16 neue Bänke aufgestellt worden, um die Aufenthaltsqualität in der Residenzstadt zu verbessern. Doch schon nach wenigen Wochen gibt es Kritik an der Gestaltung und Platzierung der Bänke.
Mittelarmlehnen sollten helfen, sind aber falsch montiert
Die Müllbehälter sind zu weit weg von den Bänken platziert, sodass sich um die Sitzgelegenheiten Berge von weggeworfenen Zigaretten angesammelt haben. Weiterhin fällt auf, dass manche Bänke mit einer Mittelarmlehne ausgestattet sind und andere nicht. Das veranlasste Nordkurier-Leserin Birgit Schäfer zu der Annahme, dass diese Mittelarmlehne dazu dienen könnte, Obdachlose fernzuhalten.
Eine dieser Bänke mit einer Mittelarmlehne steht vor der Caritas in der Strelitzer Straße in der Nähe eines Altenheimes. Birgit Schäfer konnte auch beobachten, dass sich einige ältere Menschen versuchten, sich zu zwei nebeneinander auf die Bänke zu quetschen. Dabei wurde der Platz knapp.
Bei den zusätzlichen Bügeln handelt es sich nach Angaben der Stadtverwaltung um Mittelarmlehnen, die als zusätzliche Aufstehhilfen an insgesamt drei Bänken angebracht wurden, damit man sich mit beiden Armen hochstemmen kann. „Sie sind allerdings noch nicht an der richtigen Stelle montiert – die Abstände zur Außenlehne sind in der Regel zu groß“, sagt Stadtsprecher Jan Ole Kiel. Dies werde jedoch demnächst von der beauftragten Firma nachgearbeitet, heißt es weiter. Die Bänke sollen insbesondere Seniorinnen und Senioren das Aufstehen erleichtern und wurden deshalb an genau den Standorten platziert, an denen die vormaligen Bänke insbesondere von Menschen fortgeschrittenen Alters genutzt wurden, erklärt der Rathaussprecher.
Mehr Abfallbehälter und neue Unterkunft für Obdachlose
Was die Abfallbehälter betrifft, so sollen ergänzend zu den bereits im vergangenen Jahr zusätzlich aufgestellten fünf Behältern zwei weitere hinzukommen, wodurch sich der Bestand mittlerweile mehr als verdoppelt hat, gibt die Stadt Auskunft. „Wie schon bei den vormaligen Bankstandorten befinden sich die Abfallbehälter nicht unmittelbar neben den Bänken, um eine Belästigung der Sitzenden durch Insekten, insbesondere Wespen, zu vermeiden. Dies hat sich in vielen Städten, die neue Bänke und Abfallbehälter aufstellen, bewährt und ist gelebte Praxis“, erklärt Kiel. Durch die sehr hohe Dichte an Abfallbehältern stehen diese nun durchweg in Sichtweite zu den Bänken, sodass Abfälle problemlos entsorgt werden können und die Situation insgesamt deutlich verbessert wurde, wie man im Rathaus einschätzt.
Und auch an die Obdachlosen in der Stadt wird gedacht. Zukünftig soll in der Zierker Nebenstraße 38 eine Obdachlosenunterkunft entstehen. Für das Gebäude existiere jedoch ein noch bis Ende 2027 laufender Mietvertrag, der bis dahin eine Nutzung durch die Stadt verhindere, sagt Kiel. Bis dahin nutzt die Stadt nach eigenen Angaben die bestehende Infrastruktur in Form der Unterkunft in der Zierker Str. 32 sowie zusätzliche städtische Wohnungen, um obdachlosen Personen eine schnelle Hilfe zuteil werden zu lassen.