Peenehäfen im Wandel: Vom Frachtweg zum Tourismusmagnet
Peenehäfen im Wandel: Fracht weg, Tourismus kommt

Die Peene, einst wichtiger Wirtschaftsweg für die Binnenschifffahrt, erlebt einen grundlegenden Wandel. Heute sind kaum noch Frachtschiffe auf dem Fluss unterwegs, stattdessen setzen die Städte entlang der Peene auf Tourismus. Die rund 100 Flusskilometer sind wirtschaftlich bedeutend, doch die Nutzung ändert sich radikal.

Schifffahrt nahezu eingestellt

Früher wurden von Malchin bis Anklam Getreide, Dünger und Zuckerrüben verladen. Heute ist die „MS Dömitz“, die seit Jahren im Hafen von Anklam festgemacht hat, als letzter Frachter der Region eine Rarität. Das rostende Schiff könnte zum Symbol des Wandels werden.

Die Städte entlang des Flusses setzen statt auf Frachtverkehr auf Tourismus, um neue Nutzungskonzepte zu finden und den Wassertourismus zu erschließen. Doch die Startbedingungen und Konzepte der Städte sind unterschiedlich.

Anklam mit großen Hafen-Träumen

Die Hansestadt Anklam hat seit Jahren den Masterplan „Peene“ – ein umfassendes Stadtentwicklungskonzept. Geplant sind ein neuer Stadthafen, eine Lagunenstadt für Segler, ein historisch begründetes Schwedenviertel und das alte Frachtschiff Dömitz, das an Land gesetzt ein Kulturort werden soll.

Die Vorhaben haben einen Investitionsbedarf im dreistelligen Millionenbereich. Der Wandel ist von der Stadtgesellschaft getragen, die an der Erstellung des Masterplans beteiligt war. Doch die wirtschaftliche Lage hat bislang kein Teilvorhaben realisiert – der Masterplan steckt nach rund fünf Jahren in den Kinderschuhen.

Im Hafengebiet ist immer noch Schrottverladung auf polnische Schubverbände beheimatet, und der Hafen wird zur Umverladestation für Holz, Dünger und andere Güter genutzt.

Demmin und Jarmen machen sich auf den Weg

In Demmin gibt es eine Machbarkeitsstudie, die viele Möglichkeiten aufzeigt: von der Hafencity über einen Sportboothafen bis zum neuen Museum im alten Speicher. Die Investitionen lägen im zweistelligen Millionenbereich.

Auch Jarmen will professionell ausloten, wie aus dem alten Industriehafen ein Ort werden kann, der Gäste in die Stadt lockt. Ein Blick nach Loitz zeigt, was möglich ist: Dort sind Hafenbistro, Café, Restaurant und Campingplatz entstanden – ein Refugium durch städtisches Mitwirken und privatwirtschaftlichen Elan.

Ähnlich sieht man in Malchin einen Ansatz für die Zukunft: Auch hier will man mehr Tourismus per Wasserweg in den Ort locken und setzt auf private Investoren, um neue Areale zu erschließen.