Ruhe am Wasserwanderrastplatz Sophienhof: Poller zeigen Wirkung
Ruhe am Wasserwanderrastplatz Sophienhof: Poller zeigen Wirkung

Am Wasserwanderrastplatz nahe des Loitzer Ortsteils Sophienhof ist weitgehend Ruhe eingekehrt. Das betrifft jene Besucher-Ausmaße und Nebentöne, die von Behörden und Anwohnern unerwünscht waren.

Wieder mehr Touristen und gute Stimmung

Boots- und Fahrradtouristen nutzen die idyllische Uferzone an der Peene wieder deutlich häufiger zum Anlegen und Zelten als in den Jahren 2024/25. Veranstaltungen wie die Kulturfloß-Touren sorgen für tolle Stimmung, zuletzt mit mehr als hundert entspannten Gästen.

Diese Entwicklung war im vorherigen Sommer kaum denkbar. Damals artete die Nutzung des Areals immer stärker aus, wie der Nordkurier berichtete.

Ursachen und Eskalation 2025

Grund waren vorwiegend Menschen, die nach dem Angriff Russlands auf die Ukraine aus dem Land geflohen und in der Region untergekommen waren. Mentalität und Gepflogenheiten kollidierten mit deutschen Vorschriften und Vorstellungen Einheimischer.

Anwohner berichteten von Grillfesten und Partystimmung mit Dauerbeschallung bis weit in die Nacht, verbunden mit Müll auf dem Gelände, seiner Umgebung und im Fluss – mitten im Naturschutzgebiet. Auch außerhalb der Sanitäranlagen verrichtete Notdurft kam vor.

Die Situation führte dazu, dass Wasserwanderer lieber das Weite suchten oder gar nicht erst anlegten. Selbst Sophienhofer trauten sich nicht mehr jederzeit dorthin und fühlten sich von diesem Teil ihres Ortes enteignet.

Maßnahmen der Stadt

Die Verwaltung und die Stadtvertretung befassten sich mit dem Thema, ebenso die Polizei, die wiederholt anrückte und Platzverweise erteilte. Auch ein zweisprachiger Aushang zu Nutzungsbedingungen und Ruhezeiten änderte die Lage nicht nachhaltig.

Teilweise sollen es mehr als sechzig Partygäste gewesen sein, die mit einer zweistelligen Zahl von Fahrzeugen anrückten und die alte Straße zum Wasser zuparkten. Im August 2025 lud der Loitzer Ortsbeirat für den Bereich der ehemaligen Gemeinde Wüstenfelde zu einem Lokaltermin, der unter großer Öffentlichkeitsbeteiligung stattfand.

Die Kommune ließ noch im September drei Poller an der Rastplatz-Zufahrt montieren, flankiert von Feldsteinen auf dem Seitenstreifen. Ein umfassendes Parkverbot wurde ausgeschildert, und die Stadt legte unweit davon einen neuen großen Stellplatz für Besucher der Kanuoase an.

Erfolg bestätigt

Ob die Maßnahmen wirken, blieb zunächst unklar, da sie mit dem Auslaufen der Saison zusammenfielen. Stadtvertreter und Ortsbeiratsvorsitzender Frank Baresel berichtete jetzt: „Ich glaube schon, man kann sagen, dass das so funktioniert hat, wie wir wollten.“ Es sei Ruhe eingekehrt, Einheimische und Gäste nutzten die Anlage so häufig wie schon lange nicht mehr.

Es kämen weiterhin auch Leute aus der Ukraine dorthin, aber auf verträgliche Weise. Zum Baden oder Ausspannen sei jeder gerne gesehen. Anteil daran habe der „Hafenmeister“, der nicht nur Gebühren kassiere, sondern sich engagiert für Ordnung und Sicherheit einsetze.

Ordnungs- und Bauamtsleiter René Hassenstein bestätigte auf Anfrage: Auch aus Sicht der Verwaltung laufe es im Moment gut an dem einstigen Problempunkt. Die Abrechnungszahlen bestätigten den Eindruck, das Flussufer werde wieder gerne angesteuert. „Ich habe da aus Sophienhof ein gutes Feedback.“

„Wenn es so bleibt wie jetzt, ist für uns alles in Ordnung“, machte Hassenstein klar. Ordnungsrechtlich sehe er momentan keinen weiteren Handlungsbedarf.