Ein Video des Tramfluencers Maik Zeuge über den Bahnhof Pasewalk sorgt in sozialen Medien für einen Shitstorm. In dem Video berichtet Zeuge von extremem Geruch nach Urin und menschlichen Ausscheidungen und spricht die gesperrten Toiletten an. „Das ist ekelhaft“, sagt er. „Ich muss sagen, ich bin echt entsetzt.“ Er fragt sinngemäß, wie man einen Bahnhof so verkommen lassen könne.
Empörung in sozialen Medien
Seine Kritik löst auf TikTok und in der Facebook-Gruppe „Pasewalker – Das sind wir“ Diskussionen aus. „Es ist einfach nur soooooo peinlich und traurig, in unserem Bahnhof Gäste abzuholen/zu empfangen“, heißt es dort. Anja Ehlert schreibt: „Ja, es fehlen einem echt die Worte.“
Eva Pelenus fordert die Stadt zum Handeln auf: „Es ist eine Schande für Pasewalk.“ Sie beklagt: „Es wird kalt, kein Wartesaal und keine Toiletten.“ Regina Chabach erinnert an den fehlenden Kiosk, an dem man früher Kaffee trinken oder eine Bockwurst essen konnte.
Kritik an Bürgermeister und Eigentümer
Einige Kommentare richten sich direkt gegen Bürgermeister Danny Rodewald. Doch Dana Arneth widerspricht persönlichen Angriffen. Ein solches Video könne traurig und wütend machen, schreibt sie. Trotzdem gehe es nicht, gegen Personen zu hetzen. Sie verweist auf den privaten Eigentümer.
Tatsächlich gehört das Gebäude nicht der Stadt. Wie der Nordkurier bereits am 7. Oktober berichtete, hatte das Gesundheitsamt wegen schwerwiegender hygienischer Mängel die Toiletten gesperrt. Zum privaten Eigentümer habe die Stadt trotz Anfragen keinen Kontakt, erklärte Rodewald damals.
Geplante Lösung: Toilettencontainer
Auch die Bahn ist dem Bericht zufolge weder Eigentümerin noch Nutzerin oder Mieterin der vorhandenen Toiletten. Die Stadt bemühe sich dennoch um Abhilfe. „Wir sehen uns in der Verantwortung“, sagte Rodewald.
Vorgesehen ist ein barrierefreier Toilettencontainer auf dem Bahnhofsvorplatz. Nach dem damaligen Verhandlungsstand sollte die Stadt beziehungsweise ihr Eigenbetrieb Anschaffung und Aufstellung übernehmen, die Bahn die Versorgungsleitungen bereitstellen. Das Land sollte Reinigung und Wartung finanzieren.
Für die Stadt wurden einmalig etwa 12.000 bis 15.000 Euro veranschlagt, zuzüglich laufender Versorgungskosten. Die Reinigung allein sollte rund 21.000 Euro jährlich kosten. Die verbindliche Zusage des Landes stand noch aus. Einen Eröffnungstermin gab es nicht. Der Container würde das Toilettenproblem angehen. Die Kritik am übrigen Gebäude bleibt. Der Nordkurier hat Maik Zeuge zu seinem Video angefragt. Eine Antwort steht noch aus.