Stoppelcross in Schmarsow: Vollgas, Staub und fliegende Quads
Stoppelcross in Schmarsow: Vollgas und fliegende Quads

Beim Stoppelcross in Schmarsow-Ausbau geht es am 19. September 2026 rund: Motorräder fliegen durch die Luft, 500-Kilo-Quads heben ab und zwei Dreijährige machen begeistert Motorengeräusche nach. Das Rennen ist längst mehr als ein Sportevent – es ist ein Volksfest.

Begeisterung bei Jung und Alt

Mattheo Lube und Enno Grimm aus Baumgarten brauchen noch keinen Führerschein, um zu wissen, was ihnen gefällt. Die beiden dreieinhalbjährigen Jungs stehen mit ihren Vätern am Kurs und ahmen den Sound der Motoren nach, wenn die Maschinen vorbeischießen.

Wenige Meter entfernt geht es professioneller zu: Niklas Breiholz startet mit seiner 250-Kubik-Suzuki in der MX2-Klasse, unterstützt von Lucia Böttcher und Lina Schmohlmann. Im Fahrerlager wird geschraubt, gefachsimpelt und gelacht, dann rollen die Fahrer konzentriert zum Start.

Fahrer aus halb Deutschland

Wie viele Teilnehmer und Besucher genau dabei sind, kann Organisator Marcel Geschwendtner nicht sagen. Sein Eindruck ist eindeutig: Es werden von Jahr zu Jahr mehr. Motorsportfreunde sind aus ganz Mecklenburg-Vorpommern, der Uckermark, Berlin und sogar Bayern angereist.

Simon Schmidt aus Anklam ist zum zweiten Mal dabei. Der 31-Jährige hat den Kurs mit seiner KTM bereits am Vortag getestet. „Die Strecke ist sehr schön, technisch gut vorbereitet und hat schöne Kurven“, sagt er.

500-Kilo-Quads fliegen

Ladislav Stefske, Sascha Helle und Justin Helle aus Bernau sind zum dritten Mal dabei. Ihre Sportquads bringen 1000 Kubikzentimeter Hubraum und rund 500 Kilogramm Gewicht mit. Dass solche Brocken trotzdem fliegen können, beweist Sascha Helle später auf der Strecke.

Der gebürtige Schwabe fährt seit 20 Jahren Quad, inzwischen hat die Leidenschaft die ganze Familie gepackt. Auch Sohn Justin, 17, und seine Frau fahren Rennen. „Für mich ist das Schöne hier, dass man anreist und sich mit den anderen Fahrern austauschen kann“, sagt Helle. Für ihn ist das Stoppelcross „Sport ohne großes Tamtam, aber mit viel Spaß“. Die Familie ist mit dem Wohnwagen gekommen und organisiert inzwischen selbst Offroadtouren unter anderem in Rumänien, Italien, Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.

Junge Talente und ein Fest für alle

Dass Motorsport keine reine Männerdomäne mehr ist, zeigt das Team des Motorsportvereins Wilhelmsburg. Johannes Czirpka, Leni Radziejewski, Mika Wilke, Stacy Franzkowiak, Amy Grabow und Erik Vogt kümmern sich um Fahrer und Maschinen – hier gibt es Mechaniker und Mechanikerinnen. Zu den Hoffnungsträgern gehören Mika Wilke und der 15-jährige Phil Grabow auf ihren 125er-Maschinen.

Vor vier Jahren organisierten Marcel Geschwendtner, Steffen Lubahn und ihre Freunde auf der Zuchtfarm Lubahn erstmals das Stoppelcross. Inzwischen gehört auch das Team von Ranch-Events zur Organisation. Aus dem Rennen ist ein Fest geworden: Seit dem Vormittag strömen Besucher auf das Gelände, es gibt Kaffee und Kuchen, Herzhaftes und einen Bierwagen. Für Kinder stehen Hüpfburg und Kinderschminken bereit, später wartet Bullenreiten.

Wenn die Motoren verstummen, verlagert sich das Geschehen auf drei Tanzflächen: Charts und Electro, eine Oldie- und Schlagerbar sowie schnelle, harte Beats. Ein Höhenfeuerwerk gehört ebenfalls zum Programm. Was Wacken für Metal-Fans ist, ist Schmarsow inzwischen ein bisschen für die Crossfans Vorpommerns: ein Ort, an dem man sich einmal im Jahr trifft, gemeinsam seinem Hobby nachgeht und zusammen feiert.

Wenn sich der Staub über Schmarsow gelegt hat, beginnt für die Organisatoren bald wieder die Arbeit – denn 2027 soll es wieder heißen: Vollgas, Dreck und fliegende Maschinen.