Tausende bei Markt der Vielen und AfD-Finale in Neubrandenburg
Tausende bei Markt der Vielen und AfD-Finale

In Neubrandenburg sind am Freitag Tausende Menschen zum „Markt der Vielen“ und zum AfD-Wahlkampffinale zusammengekommen. Trotz politischer Gegensätze blieb es friedlich, größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt.

Reger Betrieb rund um das HKB

Schon am Nachmittag waren einige Hundert Menschen gekommen, später wurden es Tausende. Obwohl die beiden Veranstaltungen da noch nicht begonnen hatten, herrschte rund um das Haus der Kultur und Bildung (HKB) und den Marktplatz in Neubrandenburg bereits reger Betrieb. Am Abend war es richtig voll – sowohl im ausverkauften HKB-Saal als auch davor und darunter.

Auf kleiner Fläche trafen zunächst am Fuße des Kulturfingers Politiker und Unterstützer unterschiedlicher Parteien aufeinander. Der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak gab am Stand des Deutschen Gewerkschaftsbundes ein Interview. Der SPD-Landtagskandidat Erik von Malottki half dabei, Absperrgitter umzustellen. Der AfD-Landtagskandidat Stephan Scheel sprach am Stand des AfD-Kreisverbandes Mecklenburgische Seenplatte mit Bürgern. Etwas abseits hatte das BSW seinen Stand aufgebaut.

Vorbereitungen auf dem Marktplatz

Auf dem Marktplatz liefen zugleich die Vorbereitungen für den „Markt der Vielen“. Jugendliche sprühten bunte Parolen auf das Pflaster, die Initiative „Zusammen bewegen“ stellte zwei Tischtennisplatten auf. Der Verein Kulturkosmos Müritz – Veranstalter des Fusion-Festivals – war mit einem Medien-Mobil vor Ort. An Ständen der Linken und Grünen wurde um Wählerstimmen geworben.

AfD-Wahlparty und Public Viewing in der Tiefgarage

Die AfD-Wahlparty begann am Abend wegen des großen Andrangs später als geplant. Wer keine Karte bekommen hatte, konnte das Geschehen im Saal auch beim Public Viewing in der Tiefgarage unter dem Marktplatz verfolgen. „Wir werden unsere Heimat wieder stark machen“, versprach Spitzenkandidat Holm seinen Anhängern. Ulrich Siegmund, der Wahlsieger aus Sachsen-Anhalt, wurde mit großem Applaus empfangen, er forderte: „Lasst uns Mecklenburg-Vorpommern zurückholen!“

Gegentöne auf dem Dach des „Adenauer SRP+“

Ganz andere Töne dagegen direkt darüber auf dem Dach des „Adenauer SRP+“ des „Zentrums für Politische Schönheit“. Die Klima- und Politaktivistin Luisa Neubauer sprach dort von ihren Sorgen über das aktuelle politische Klima und ihrer Suche nach Optimismus. „Wir bleiben da, wir bleiben stabil. Sonntag wird ein weiterer Einschnitt sein – aber Sonntag wird auch ein neuer Tag sein, nach dem ein Montag kommt.“

Die zahlreichen Einsatzkräfte der Polizei hatten einen vergleichsweise ruhigen Nachmittag. Bis auf einige lautstarke Wortgefechte blieb die Lage trotz der gegensätzlichen Veranstaltungen bis zum Abend weitgehend friedlich, größere Zwischenfälle wurden zunächst nicht bekannt. Eine abschließende Bilanz der Polizei lag am Abend noch nicht vor.