Der Hundeauslaufplatz an der Dr. Schwendtner-Straße in Neustrelitz ist kniehoch zugewachsen, ohne Zaun oder Hinweisschild. Hundehalter aus der Nachbarschaft meiden die Fläche. Die Stadt nennt Verzögerungen bei der Gestaltung.
Hundehalter meiden die Fläche
Fritz und Freddy, beide sieben Jahre alt, werden viermal täglich ausgeführt. Auf ihren Runden durch Neustrelitz haben sie den Hundeauslaufplatz der Stadt noch nie besucht, obwohl er in unmittelbarer Nähe liegt. „Da kann man nicht hingehen“, sagt André F., der seinen vollen Namen nicht nennen möchte. Seinen Hund Fritz, einen Mix aus Zwergdackel und Shih Tzu, würde er auf der von der Stadt ausgewiesenen Fläche niemals frei laufen lassen. Sein Begleiter, der den Bolonka-Rüden Freddy ausführt, sieht es ähnlich.
„Schauen Sie sich hier um. Da eine Straße, dort eine Straße und nirgends ein Zaun“, sagt André F. Auch ein Hinweisschild oder einen Mülleimer sucht man vergeblich. Dabei hatte die Stadt im Frühjahr 2025 angekündigt, die Auslauffläche mit Eingangschildern, Hundetütenspendern und Abfalleimern auszustatten.
Seit 2025 nicht gemäht
„Seitdem wurde hier nicht einmal gemäht“, hat André F. beobachtet. Er wohnt gegenüber in einem Wohnblock in der Schwendtner-Straße. Lediglich zwei Pappeln seien gekappt worden. „Mit dem Holz wurde der Platz und der Parkplatz abgesteckt und der alte Weg dicht gemacht“, sagt er. Seitdem habe er hier weder ein Auto parken noch jemanden mit einem Hund spielen sehen.
Auf dem Parkplatz breiten sich Pappeltriebe aus, der Auslaufplatz ist kniehoch zugewachsen. „Hier fühlt sich das Rehwild wohl“, sagt André F. Vermutlich gebe es auch eine große Menge an Zecken.
Stadt nennt Gründe für Verzögerung
Aus dem Rathaus heißt es, die weitere Gestaltung der Fläche habe sich verzögert. Grund seien Haushalts- und Vergabeprozesse, die länger als geplant verlaufen seien. „Sobald die Vorbereitungen weiter fortgeschritten sind, informiert die Stadt über Details zum Hundeauslaufplatz“, heißt es auf Nordkurier-Anfrage.
Hundezahlen und Steuern
Die Zahl der Hunde in Neustrelitz ist rückläufig. Waren 2023 noch 1569 Vierbeiner gemeldet, sank die Zahl seither kontinuierlich. Aktuell sind 1463 Hunde registriert. Es gibt 1203 Tierhalter, die für einen Hund Steuern zahlen, 114 Halter für zwei Hunde. In sieben Haushalten leben drei Hunde, ein Besitzer hält vier Hunde, einer sieben.
Die Hundesteuer beträgt für den ersten Hund 70 Euro im Jahr, für den zweiten 90 Euro, für den dritten und jeden weiteren 120 Euro. Als gefährlich eingestufte Hunde werden mit 500 Euro besteuert. Aktuell sind drei solcher Hunde gemeldet, die letzte Einstufung erfolgte 2024 durch das Ordnungsamt.
Im Jahr 2025 nahm die Stadt rund 109.000 Euro über die Hundesteuer ein. Hunde, die älter als drei Monate sind, müssen innerhalb von 14 Kalendertagen angemeldet werden. Außerhalb des Hauses müssen sie eine gültige Steuermarke sichtbar tragen. Fritz und Freddy tragen sie an ihren Halsbändern. „Kontrolliert wurde noch nie“, sagt André F.
Regelverstöße werden mit Bußgeld geahndet. Im vergangenen Jahr gab es elf Verstöße, 2026 bislang fünf, für die Verwarn- und Bußgeldverfahren eingeleitet wurden.