Die SG Motor Boizenburg beteiligt sich am Modellprojekt „Hauptamt unterstützt Ehrenamt“ des Kreissportbundes Ludwigslust-Parchim. Mit einer geförderten Sportlotsin will der Verein den wachsenden organisatorischen Aufwand bewältigen und die Ehrenamtlichen entlasten.
Sportlotsin übernimmt koordinierende Aufgaben
Gemeinsam mit dem MSV Pampow und dem Wittenburger SV erprobt der Verein, wie sogenannte Sportlotsen die ehrenamtlichen Strukturen unterstützen können. Im Rahmen des Projektes werden Arbeitsstunden finanziert, die gezielt für Aufgaben eingesetzt werden, die im Ehrenamt zunehmend Zeit beanspruchen.
Bei der SG Motor Boizenburg übernimmt Vorstandsvorsitzende Janett Aukstein die Aufgabe der Sportlotsin. Seit dem 1. Juli stehen dafür 7,5 Stunden pro Woche zur Verfügung. Die Förderung übernimmt bis zu 75 Prozent der Personalkosten, den verbleibenden Anteil trägt der Verein.
Großprojekt Vereinsheim neben dem Alltag
Aukstein engagiert sich seit 2018 im Verein und ist seit Mai 2024 Vorsitzende. Beruflich arbeitet sie 22 Stunden pro Woche im Bereich Kapitalanlagen. Die zusätzliche Unterstützung ermöglicht es ihr, bestimmte Vereinsaufgaben gezielt und gebündelt zu bearbeiten.
„Die Arbeit war ja vorher auch da“, sagt Aukstein. „Aber viele Dinge mussten neben dem Beruf und dem normalen Vereinsalltag erledigt werden. Jetzt können Aufgaben konzentrierter bearbeitet werden und andere Ehrenamtliche werden entlastet.“
Ein großer Teil der aktuellen Arbeit entfällt auf den Neubau des Vereinsheims am Grünen Weg. Der Altbau wurde im Juli abgerissen. Die Baukosten liegen inzwischen bei rund 495.000 Euro. Von der Abstimmung mit dem Architekten über Ausschreibungen und Fördermittel bis hin zu Genehmigungen und Terminen müssen zahlreiche Aufgaben koordiniert werden.
Mehr als nur ein Vereinsheim
„Bei einem solchen Projekt kommen unglaublich viele Einzelaufgaben zusammen. Wenn die Fäden an einer Stelle zusammenlaufen, erleichtert das vieles“, erklärt Aukstein. Das Vereinsheim ist jedoch nicht das einzige Projekt: Die Umrüstung der Flutlichtanlage auf LED-Technik wird vorbereitet, das Ballfangnetz an der Beachvolleyballanlage wurde bereits umgesetzt, und für den Bau einer neuen Bouleanlage wurde ein Förderantrag gestellt.
Dazu kommen die alltäglichen Aufgaben eines Breitensportvereins: Organisation des Sportbetriebs, Mitgliederangelegenheiten, Kommunikation, Fördermittelanträge, Abrechnungen und die Zusammenarbeit mit Stadt, Verbänden und Partnern. Gerade bei Förderprojekten entsteht viel Verwaltungsarbeit – Anträge vorbereiten, Unterlagen zusammenstellen, Fristen einhalten, Nachweise erbringen.
Das Modellprojekt setzt genau an diesem Punkt an. Es geht nicht darum, das Ehrenamt zu ersetzen, sondern eine hauptamtlich finanzierte Unterstützung bereitzustellen. „Wir wollen unseren Verein weiterentwickeln. Das funktioniert aber nur, wenn die Aufgaben nicht irgendwann auf zu wenigen Schultern liegen“, sagt Aukstein.
Bis Ende 2027 läuft das Modellprojekt. Danach soll ausgewertet werden, welche Erfahrungen die drei Vereine mit dem Einsatz der Sportlotsen gemacht haben und ob dieses Modell auch für andere Vereine ein Weg sein kann, Ehrenamt langfristig zu stärken.