Vom Dachdecker zum Eismacher: Marco eröffnet Eiscafé in Ducherow
Vom Dachdecker zum Eismacher: Eiscafé in Ducherow (20.08.2026)

In Ducherow, einem rund 1700 Einwohner zählenden Dorf an der B109 im Anklamer Umland, hat Marco Morzinek-Groth seinen Traum von der eigenen Eisdiele verwirklicht. Der ehemalige Dachdecker aus Berlin tauschte die Dächer der Hauptstadt gegen ein eigenes kleines Eislabor, das direkt an sein gemütliches Eiscafé in der Hauptstraße angeschlossen ist.

Vom Dachdecker zum Eismeister

Morzinek-Groth war auf der Suche nach einer Immobilie für seine Mutter bereits vor einigen Jahren in Ducherow fündig geworden. Nun hat er sich mit seiner kleinen Familie dort niedergelassen. Das mehr als 100 Jahre alte Wohn- und Geschäftshaus beherbergte früher einen Lampenladen im Erdgeschoss, zuletzt lebten dort Mieter. Mit viel Liebe zum Detail, der Unterstützung seiner Architektenfrau und seinem eigenen handwerklichen Geschick entstand ein liebevoll eingerichtetes Eiscafé.

Durch ein antikes Fenster in die Eisküche hat Morzinek-Groth das Treiben an der Eistheke stets im Blick. Noch wichtiger ist ihm jedoch, dass seine Gäste ihm beim Eismachen über die Schulter schauen können und sehen, dass alles handgemacht und selbst zubereitet ist. Er hätte sich nicht vorstellen können, bis ins hohe Alter aufs Dach zu steigen. Die Idee vom Eiscafé sei ihm als junger Mann und leidenschaftlicher Eisesser einmal in den Sinn gekommen und habe ihn nicht mehr losgelassen. Das Eismachen hat er sich größtenteils selbst beigebracht, viel darüber gelesen und auch Schulungen bei Eismeistern besucht.

Kreative Eissorten und Geheimnis um „Egal“

Morzinek-Groth legt großen Wert auf gute Zutaten, richtige Schokolade und frische Früchte. Auf fertige Eismischungen oder -pulver verlässt er sich nicht. Er probiert sich fortlaufend an verschiedensten Geschmacksrichtungen aus, weshalb regelmäßig die Sorten in seiner Eistheke wechseln. Schoko, Johannisbeere und neuerdings auch Mokka sind die Renner bei den Gästen. Auch die Sorte „Egal“ kommt super an, obwohl der Eisexperte nicht verrät, was drin ist. „Es ist ein Milcheis mit einer Frucht drin und einem Schuss Zitrone“, bleibt er vage. Eigentlich als Scherz für Unentschlossene gedacht, gehört sie jetzt zu den Highlights.

Er selbst sei kein Fan von Softeis, räumt er ein. Doch er weiß um die Beliebtheit bei den Gästen und tüftelt daher an verschiedenen Rezepturen für seine zwei Softeismaschinen – mal mit Whiskey oder Marzipan und Pistazien. Mit letzterem hat er jüngst ein ganzes Orchester begeistert.

Spontanes Platzkonzert und weitere Pläne

Die Rossower Schalmeien haben auf der Rückfahrt von einem Auftritt einen Zwischenstopp in der Ducherower Eisdiele eingelegt und insbesondere das Marzipan-Pistazien-Softeis weggeschleckt. Zum Dank für die Erfrischung packten sie die Instrumente aus und spielten ein spontanes Platzkonzert vor dem Café. Wenige Tage später kehrten die Orchestermitglieder Jens und Steffi aus der Nähe von Pasewalk auf einer Radtour noch einmal ein, weil es ihnen so gut geschmeckt hatte und sie weitere Sorten probieren wollten.

Morzinek-Groth hat noch einiges vor. Im Garten und auf dem Hinterhof sollen weitere Sitzplätze und eine Terrasse entstehen. Auf dem Dach will der Fachmann eine Solaranlage installieren, um die energieintensiven Eismaschinen mit Sonnenenergie zu betreiben. Über die Wintermonate will er es ruhiger angehen lassen und nur für einige spezielle Thementage öffnen. Sein Café in der Ducherower Hauptstraße Nummer 71 hat derzeit von donnerstags bis sonntags jeweils von 13 bis 17 Uhr geöffnet.