Waisenhaus in Same: Kinder können bald einziehen
Waisenhaus in Same: Kinder ziehen bald ein

Nach rund 17 Jahren Bauzeit ist das neue Waisenhaus in Same in Tansania offiziell eröffnet worden. Das Rafiki Children Centre ist startklar, doch bis die derzeit 25 Kinder ihr neues Zuhause beziehen können, sind noch letzte Arbeiten nötig. Der Umzug soll möglichst bis Ende des Jahres erfolgen, wie ein Mitglied des Vereins „Waisenhaus Same in Tansania“ dem Nordkurier mitteilte.

Ein Projekt mit langer Geschichte

Den Grundstein für das Projekt legte vor Jahren Pastor Leif Rother von der evangelischen Kirchengemeinde St. Marien in Waren. Er hatte zuvor in Same den Bau der Wasserleitungen initiiert, woraus die Idee für das Waisenhaus entstand. Bis heute hilft er aktiv und sammelt immer wieder Spenden für die Kinder.

Seit 2016 ist das Innerstädtische Gymnasium Rostock (ISG) ein wichtiger Partner. Ute Börner-Pietsch koordiniert das UNESCO-Projekt am ISG und war zur Eröffnung vor Ort, mit Spendengeldern aus Waren im Gepäck.

Spenden ermöglichen Ausstattung

Beim jährlichen „Tag für Same“ arbeiten Schülerinnen und Schüler in Unternehmen, Einrichtungen oder im privaten Umfeld und spenden ihren Verdienst. Gemeinsam mit dem Warener Verein kamen so allein 2022 rund 20.000 Euro zusammen, 2024 etwa 17.000 Euro und 2025 rund 18.000 Euro.

Davon wurde unter anderem Geschirr für das neue Haus gekauft. Ein Tischler wurde beauftragt, größere Tische und Stühle anzufertigen, da die Möbel von 2018 für die inzwischen älteren Kinder zu klein geworden sind. Die vorhandenen Betten sollen mit ins neue Haus ziehen.

Letzte Arbeiten vor dem Umzug

Es fehlen noch die Möbel für die Küche. Erst wenn alles erledigt ist, sollen die Kinder aus dem alten Gebäude wechseln. Zu ihnen gehört seit Kurzem ein zehnjähriges Massai-Mädchen, das staatliche Stellen vor einer geplanten frühen Heirat geschützt und in die Obhut der Hausmütter gegeben haben.

Andere Kinder sind älter geworden: Zwei besuchen ein Internat, und Daniel, einer der ältesten Bewohner, hat eine Berufsausbildung begonnen. „Wegen seiner Prüfungen konnte er bei der Eröffnung des neuen Hauses nicht dabei sein“, bedauerten die Helfer aus Waren, die wegen persönlicher Anfeindungen anonym bleiben möchten.

Zukunft des Rafiki Children Centre

Langfristig soll das Waisenhaus einen wachsenden Teil seines Unterhalts selbst erwirtschaften. Gemüseanbau und Landwirtschaft sollen zur Versorgung beitragen. Eine Ziege wurde zur Eröffnung geschenkt, weitere Tiere könnten folgen. Auch Einnahmen durch Vermietungen sind vorgesehen, später soll ein Kindergarten entstehen.

Spenden werden weiterhin benötigt – unter anderem für Lebensmittel, Kleidung, Ausstattung und Bildung. Der Verein unterstützt das Projekt seit 2005 nach dem Prinzip der Hilfe zur Selbsthilfe. Bei der Eröffnung bedankten sich die Kinder mit einem Lied bei ihren Unterstützern. „Da waren wir auch alle ganz berührt“, erinnert sich Ute Börner-Pietsch. Wer helfen will, erhält unter [email protected] weitere Informationen.