Romantischer Wanderweg bei Wrangelsburg: Seeadler, Sonnentau, Burgwall
Wanderweg bei Wrangelsburg: Seeadler, Sonnentau, Burgwall

Romantische Wanderwege führen durch die Wälder um Wrangelsburg, vorbei an Seen und Kesselmooren bis hin zum slawischen Burgwall. Starten sollte man immer am Schloss, das wieder prachtvoll renoviert wurde und ein wahres Schmuckstück in Vorpommern ist.

Ein Spaziergang durch die Geschichte

Bereits 1652 ließ Carl Gustav Wrangel, nach dessen Familie der Ort benannt wurde, auf dem Fundament eines im Dreißigjährigen Krieg zerstörten Schlosses ein neues Gebäude errichten, in welchem er zeitweise residierte. Dieses neue Barockschloss wurde 1664 fertig gestellt. Von Homeyer, ein Getreidekaufmann aus Wolgast, ließ um 1880 das neue Herrenhaus errichten, nachdem bereits im 17. Jahrhundert das alte Schloss stark zerstört wurde.

Naturschätze am Wegesrand

Durch den Park in den Wald und zum Schlosssee: Der 600 Meter lange und 280 Meter breite, 12 Hektar große, maximal 2,75 Meter tiefe und ringsum bewaldete See ist Jagdrevier des Seeadlers und des Rotmilans. Hier wird regelmäßig der Entenvogel Gänsesäger beobachtet, ein seltener Brutvogel in Vorpommern, der nur in wenigen Paaren an der Ostseeküste auf Rügen vorkommt. Auch Schellente und Fischadler sind zu sehen. Die Tauchente konnte als Höhlenbrüter auch in Krenzow und an den Penkuner Seen entdeckt werden.

Dutzende Singvögel wie Singdrossel, Mönchsgrasmücke, Buchfink, Weidenlaubsänger, Baumläufer, Amsel, Heckenbraunelle und Zaunkönig begleiten den Wanderer.

Schutz und Erhalt des Moorgewässers

Nach einer Stunde erreicht man das Flächennaturdenkmal „Kleiner Schwarzer See bei Wrangelsburg“. Der Schutzzweck dient dem Erhalt eines nährstoffarmen Moorgewässers mit einem angrenzenden Verlandungsmoor und der Sicherung gefährdeter artenreicher Pflanzengesellschaften. Dieser See ist ein bemerkenswertes Biotop, das trotz hydrologischer Eingriffe seinen floristischen Wert weitgehend erhalten konnte. Seit 20 Jahren kontrolliert der Autor im Auftrag der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Vorpommern-Greifswald diesen See. In den letzten Jahren konnten Naturschützer eine Bewaldung verhindern, sodass heute noch der fleischfressende Rundblättrige Sonnentau mit mehr als 1000 Exemplaren im Torfmoos wächst. Auch der seltene Sumpfporst und die blaue Rauschbeere werden durch Freischneiden geschützt. In der Uferzone brüten gelegentlich Kranich und der Waldwasserläufer.

Burgwall und Altholzinsel

Nur 250 Meter nördlich der Schutzfläche befindet sich das Flächennaturdenkmal „Burgwall bei Wrangelsburg“. Auf der Fläche von 4,70 Hektar eines slawischen Burgwalls aus dem 11. Jahrhundert liegt eine landschaftsprägende Altholzinsel mit 300-jährigen Buchen.

Wer dem Klang der Umwelt lauschen und beim Anblick von Wildsäugern, Adlern, Silberreihern und Blühwundern Stress abbauen möchte, kann an einer geführten Naturwanderung teilnehmen. Anmeldung unter 015156074311.