Burmeister holt Direktmandat im Wahlkreis 15 mit über 50 Prozent
Burmeister holt Direktmandat im Wahlkreis 15

Steffi Burmeister von der AfD hat das Direktmandat im Wahlkreis 15 geholt. Die 48-Jährige setzte sich mit 50,2 Prozent der Erststimmen deutlich gegen ihre Mitbewerber durch. Grit Schmelzer von der SPD kam auf 31,3 Prozent, CDU-Kandidat Torsten Renz auf rund sechs Prozent.

Wahlabend im Kulturhaus Teterow

Der große Saal im Kulturhaus Teterow blieb am Sonntagabend dunkel. Grit Schmelzer veranstaltete ihren Wahlabend im kleinsten der insgesamt drei „Party-Säle“ im Kulturhaus. Dort hatte sie sich mit Familienmitgliedern, den Vorsitzenden der jeweiligen Ortsverbände sowie engen Wahlhelfern versammelt. Als die erste Prognose um 18 Uhr über den Fernseh-Bildschirm flimmerte, wurde es in dem Raum ganz still. Gebannt schauten alle auf den Fernseher. Da lag die SPD anfangs mit etwa 35,5 Prozent hinter der AfD, die zunächst 37 Prozent hatte.

Deutlicher wurde das Ergebnis dann zu späterer Stunde. Landesweit lag die AfD da bei 39,3 und die SPD bei 35 Prozent der gültigen Stimmen. Bei der Wahl um das Direktmandat lag die AfD-Kandidatin Steffi Burmeister gegen 20.40 Uhr mit 50,2 Prozent weit vor Grit Schmelzer, die nur 31,3 Prozent der Stimmen holte.

SPD-Kandidatin zeigt sich enttäuscht

„Dass es schwer werden würde, diesen Wahlkreis zu gewinnen, war erwartbar“, sagt Grit Schmelzer. Zudem sei es nicht der erste Wahlkampf von Steffi Burmeister gewesen. Sie selbst sei dagegen noch relativ unbekannt gewesen, analysiert Grit Schmelzer. „Wenn die AfD-Direktkandidatin hier mit sehr großem Abstand gewinnt, bin ich schon enttäuscht“, erklärt Schmelzer weiter. Warum der Abstand bei über 20 Prozent liegt, könne sie nicht genau erklären. Ein Grund könnte bei vielen Bundesthemen liegen, meinte Schmelzer.

AfD-Direktkandidatin Steffi Burmeister zeigte sich sehr zufrieden mit ihrem Ergebnis. „Ich freue mich sehr, denn ich habe bis zuletzt gekämpft“, sagte die Gnoienerin, die den Wahlabend auf der AfD-Party in Schwerin verbrachte. „Ich mag Wahlkampf, weil ich da den ganzen Tag unterwegs bin, den Bürgern begegne und von ihren Sorgen und Nöten erfahre“, erklärte die 48-Jährige. Kommunalpolitisch habe sie sich auch in den vergangenen Jahren bereits sehr für die Bürger eingesetzt. Das sei beispielsweise in der Bildungs-, aber auch der Migrationspolitik der Fall. Im Kreistag, wo sie Mitglied der AfD-Fraktion ist, schaffte sie es mit ihren Parteikollegen die Flüchtlingsunterkunft im kleinen Ort Ziesendorf zu verhindern. Für sie gehe bereits am Dienstag die Arbeit los. Da finde bereits die konstituierende Sitzung der AfD-Landtagsfraktion statt.

CDU-Kandidat kritisiert SPD-Wahlkampf

CDU-Direktkandidat Torsten Renz fährt mit etwas mehr als 6 Prozent wohl sein bisher schlechtestes Ergebnis in einem Wahlkampf ein. Bei der Landtagswahl 2021 erhielt er noch 20,1 Prozent der Erststimmen. Dennoch sieht er einen Grund nicht unbedingt bei sich. „Ich habe alles gegeben und bin mit mir im Reinen“, sagt der 62-Jährige. Er habe in den vergangenen Wochen mit seinen Unterstützern Flyer in unzähligen Orten verteilt. Er habe nun den Wahlabend zu Hause mit seiner Frau, seiner Tochter und seinem Schwiegersohn verbracht.

Für ihn habe im Wahlkampf aber keine inhaltliche Auseinandersetzung stattgefunden. „Die Angstkampagne von Frau Schwesig hat gewirkt - zu Lasten der anderen Parteien“, moniert der Güstrower. Aber sie habe es nicht geschafft, die AfD zu besiegen, fährt er fort. In seinen Augen werde sich nun die gesellschaftliche Spaltung fortsetzen. So hätten SPD und Linke gleichermaßen im Landtag gegen die AfD polarisiert. In seinen Augen sei das aber keine erfolgreiche Taktik gewesen. Gespannt verfolge er das Abschneiden des BSW. Sollte es das Bündnis in den Landtag schaffen, würde noch nicht einmal mehr ein Bündnis aus drei Parteien funktionieren.

Zwischenstand der Auszählung

Gegen 21.08 Uhr waren 61 von 70 Wahlbezirke ausgezählt. Im Wahlkreis 15 bzw. Landkreis Rostock III hatte Steffi Burmeister von der AfD da schon 48,3 Prozent der gültigen Erststimmen erreicht. Gegenüber der Landtagswahl waren das nochmal 28,3 Punkte mehr. Hinter Burmeister folgt Grit Schmelzer von der SPD mit 32,2 Prozent der Erststimmen. Torsten Renz von der CDU kommt auf 6,9 Prozent.

Grit Kowalski von der Linken holte 5,1 Prozent der Stimmen. Für das BSW trat Evelin Pohl an, die 4,1 Prozent erreichte. Steffen Marklein von den Grünen und Paul Marquardt von der FDP liegen mit 1,9 und 1,6 Prozent dahinter. Bei den Zweitstimmen bestätigt sich bislang die Rangfolge: Die AfD kommt auf 46,2 Prozent, die SPD auf 32,6. Die CDU erreicht 5,0 Prozent, das BSW 4,9, die Linke 4,3 und die Grünen 3,0. Die Wahlbeteiligung lag bei 73 Prozent. Bei der Landtagswahl 2021 waren es 70,6 Prozent.