Bei der Landtagswahl 2026 hat SPD-Landesminister Till Backhaus den Wahlkreis 17 im äußersten Westen Mecklenburg-Vorpommerns knapp für sich entschieden. Nach einem langen Wahlabend setzte er sich mit 43,9 Prozent der Erststimmen gegen seine Herausforderin Nicole Ehlers von der AfD durch, die auf 39,4 Prozent kam. Auch bei den Zweitstimmen lag die SPD mit 40,1 Prozent vor der AfD. Die Wahlbeteiligung erreichte 78,7 Prozent.
Ein Kopf-an-Kopf-Rennen bis zum Schluss
Der Wahlkreis 17, in dem 32.897 Menschen zur Wahl aufgerufen waren, galt lange als offen. In den ersten Hochrechnungen lag AfD-Kandidatin Nicole Ehlers zunächst vorn, bevor sich das Blatt im Laufe des Abends wendete. Die SPD hatte sich in Probst Jesar um Till Backhaus versammelt und reagierte auf die frühen Prognosen zunächst ruhig, später machte sich dann Entsetzen breit, als erste Auszählungsergebnisse die AfD in Führung zeigten.
Backhaus, der seit 1998 Minister im Land ist und als dienstältester Minister in Deutschland gilt, hatte bereits vor fünf Jahren deutlich besser abgeschnitten. Zur Landtagswahl 2021 erhielt er noch über 50 Prozent der Stimmen in seinem Wahlkreis.
AfD stark in den Kommunen
Die Popularität der AfD war 2026 auch von Zarrentin bis Dömitz groß. In Stadtvertretungen und Gemeinderäten der Region wurde die Partei mitunter so stark gewählt, dass sie ihre gewonnenen Sitze nicht mit ausreichend Vertretern besetzen konnte. Nicole Ehlers, die in der Stadtvertretung von Boizenburg sitzt, erhielt bei dieser Wahl Stimmen für fünf Sitze, kann aber nur einen bekleiden.
Die Wahlbeteiligung war bereits in den Morgenstunden hoch, wie Wahlhelfer berichteten. Sogar Ersatzurnen standen bereit, falls eine für die erwartete Anzahl an Stimmzetteln nicht ausreichen würde.
Backhaus kündigt letzten Wahlkampf an
Nach seinem Erfolg räumte Backhaus ein: „Das war mein letzter Wahlkampf und das war auch der härteste.“ In seinen Augen müsse man die jungen Menschen wieder zurückgewinnen, damit seine Partei bei den nächsten Wahlen an Überzeugungskraft gewinnt.
Alle weiteren Kandidaten und Parteien waren in diesem Zweikampf weit abgeschlagen und erhielten sowohl bei der Erst- als auch bei der Zweitstimme durch die Bank weg weniger als fünf Prozent.