Wärmeversorgung in Schmuggerow: Byont verspricht Besserung vor dem Winter
Byont verspricht Besserung der Wärmeversorgung in Schmuggerow

Im Ducherower Ortsteil Schmuggerow soll die Wärmeversorgung noch vor dem Winter stabilisiert werden. Die Byont GmbH, die die örtliche Biogasanlage betreibt, hat bei einer Einwohnerversammlung zugesagt, das Wärmenetz kurzfristig zu spülen und spätestens im nächsten Jahr eine neue zentrale Wärmeverteilung samt neuer Leitung zu errichten.

Probleme im vergangenen Winter

Im letzten Winter erreichten die Temperaturen in der Region zeitweise minus 17 Grad Celsius. Statt der vereinbarten 70 Grad Celsius Vorlauftemperatur kamen bei den Haushalten nur 35 bis 45 Grad an. Anwohner, die seit Anfang der 2000er Jahre zentral über das Fernwärmenetz der Biogasanlage versorgt werden, mussten frieren. Laut Bürgermeister Martin Weitmann war die Unterstützung durch den Wärmeversorger in dieser Zeit kaum vorhanden, ein Ansprechpartner für Notfälle war nur schwer erreichbar.

Diese Probleme wurden bereits Mitte März bei einem Bürgerdialog angesprochen. Vertreter der Byont GmbH räumten damals Fehler und „technischen Instandhaltungsbedarf“ beim Netz ein. Sie kündigten Investitionen an, sprachen aber auch von nötigen Preiserhöhungen. Ein Schreiben der Anwohner im April, in dem sie Versorgungssicherheit baten und einer gestaffelten Preisanpassung zustimmten, blieb unbeantwortet. Auch die angekündigten Arbeiten am Wärmenetz blieben zunächst aus.

Zusagen für kurzfristige und langfristige Maßnahmen

Bei der erneuten Einwohnerversammlung im Juli sicherten die Byont-Vertreter Jan-Bernd Pohlschneider und Justus Ruhe sowie der Berater Thomas Redwanz den rund 40 anwesenden Schmuggerowern zu, die Wärmeversorgung wieder in den Griff zu bekommen. Bereits in den nächsten Wochen soll das Wärmenetz gespült werden, um Ablagerungen zu reduzieren, die Wärmeübertragung zu verbessern und Wärmeverluste zu verringern.

In absehbarer Zukunft soll die Wärme nicht mehr über das Satelliten-Blockheizkraftwerk im Dorf bereitgestellt werden, sondern zentral am Standort der Biogasanlage erzeugt und in das bestehende Fernwärmenetz eingespeist werden. Dafür sind die Errichtung einer neuen zentralen Wärmeverteilung auf dem Betriebsgelände und der Ausbau einer neuen Anschlussleitung zwischen dem Anlagenstandort und dem bestehenden Netz erforderlich.

Kosten und Preise

Die Maßnahmen sind mit Kosten von rund 350.000 Euro beziffert und bereits angeschoben worden. Beide werden voraussichtlich erst im nächsten Jahr abgeschlossen sein. In diesem Jahr muss die Übergangsversorgung über das Blockheizkraftwerk weiter funktionieren. Jan-Bernd Pohlschneider betonte, dass Byont zu den bestehenden Wärmelieferverträgen stehe und seiner Verpflichtung zur Versorgung nachkommen werde. Im nächsten Jahr werde man sich individuell mit den Preisen beschäftigen, sich jedoch annähernd in dem Rahmen bewegen, der von der Dorfgemeinschaft in einem ihrer Schreiben befürwortet wurde.

Thomas Redwanz, der fortan als direkter Ansprechpartner und Vermittler fungiert, sagte, die Befindlichkeiten der Schmuggerower seien dem Unternehmen nicht egal. Sie wünschten sich „Ruhe, Frieden und Wärme“. Bürgermeister Martin Weitmann forderte, dass Byont den Worten nun Taten folgen lassen müsse: „Wichtig ist, dass es die Menschen in diesem Winter wieder warm haben in ihren Häusern.“

Zukunftskonzept der Biogasanlage

Die Schmuggerower zeigen sich erleichtert, dass sie sich nicht wenige Wochen vor der kalten Jahreszeit um alternative Heizungsmöglichkeiten bemühen müssen. Auch Fragen rund um den Ausbau der Anlage, Geräusch- und Geruchsbelästigung und den damit verbundenen Verkehr wurden erörtert. Byont ist am Standort Schmuggerow auf eine langfristige und zukunftsfähige Nutzung ausgerichtet. Zum Zukunftskonzept gehört die Produktion von Bio-LNG, einem erneuerbaren Kraftstoff, der auch für den Schwerlastverkehr eingesetzt werden kann. Die Anlage läuft bereits im Testbetrieb. Eine Zunahme der Emissionen und weitere Expansionen müssten die Dorfbewohner laut Byont nicht befürchten.