Seit Donnerstag weht vor dem Neubrandenburger Rathaus die Friedensflagge. Die weiße Taube auf blauem Hintergrund soll an die Opfer der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnern. Am 6. August und am 9. August hatten die USA im Zweiten Weltkrieg Atombomben über den beiden japanischen Städten abgeworfen. In der Vier-Tore-Stadt soll die Flagge, die laut Angaben der Stadt erstmals vor dem Rathaus gehisst wurde, bis zum 9. August wehen.
Ziel der Aktion
„Mit dem Hissen der Friedensflagge setzt Neubrandenburg ein sichtbares Zeichen für Frieden, Demokratie und Völkerverständigung“, betont Stadtsprecherin Anja Seugling. „Die Friedensflagge steht für das gemeinsame Bekenntnis, Konflikte durch Verständigung statt durch Gewalt zu lösen“, heißt es aus der Stadtvertretung.
Schon vor einigen Wochen war vor dem Neubrandenburger Rathaus eine ähnliche Flagge angebracht worden. Am 8. Juli wurde durch die Flagge des internationalen Städtebündnisses „Mayors for Peace“ auf ein Gutachten des Internationalen Gerichtshofes vom 8. Juli 1996 aufmerksam gemacht. Darin wurde festgestellt, dass der Einsatz und die Androhung von Atomwaffen grundsätzlich gegen das Völkerrecht verstoßen. Dem Bündnis gehören mehr als 8000 Städte aus über 160 Ländern an. Zudem wurden an den fünf großen Ortseingängen der Stadt Friedenstauben angebracht.
Weitere Aktionen geplant
In Neubrandenburg soll es auch in den kommenden Wochen zentrale Gedenk- und Aktionstage geben. Am Antikriegstag, dem 1. September, und am Internationalen Tag des Friedens, dem 21. September, „werden erneut Friedensflaggen vor dem Rathaus und am Bahnhof gehisst“, kündigt Anja Seugling an. Das Hissen der Friedensflagge sei Teil verschiedener Maßnahmen, mit denen Neubrandenburg sein Engagement für Frieden und internationale Verständigung sichtbar mache.
Beschluss der Stadtvertretung
Im Oktober 2025 hatte die Stadtvertretung dafür gestimmt, dass an den genannten Tagen die Friedensfahne gehisst werden soll. So soll auch eine engagierte kommunale Friedenskultur dargestellt werden, hieß es in der damaligen Begründung der Fraktionen Projekt NB und BSW/BfN, die die Beschlussvorlage eingereicht hatten.