Wegen der Bauarbeiten am Werftdreieck müssen die Straßenbahnen der Rostocker Straßenbahn AG (RSAG) derzeit per Schwerlasttransporter zur Wartung gefahren werden. Die 30 Tonnen schweren und 30 Meter langen Fahrzeuge werden mit Polizeieskorte durch die Stadt transportiert und millimetergenau an der provisorischen Verladerampe abgeladen.
Täglicher Tausch zwischen Betriebshof und Dierkow
Abends werden die Straßenbahnen zwischen dem Betriebshof in der Hamburger Straße und den Abstellflächen in Dierkow getauscht. „Es ist quasi ein Tausch“, sagt RSAG-Sprecherin Beate Langner. Eine Bahn wird vom Betriebshof nach Dierkow gebracht, eine andere dafür abgeholt.
Die Aktion ist nötig, weil der Straßenbahnverkehr zwischen Betriebshof und Doberaner Platz seit Mitte Juli wegen der Bauarbeiten und des Gleisaustauschs unterbrochen ist. Die Bahnen im Norden und Westen der Stadt müssen jedoch in bestimmten Intervallen gewartet oder repariert werden. Da dies nicht immer vor Ort möglich ist, werden sie auf den Schwerlasttransporter geladen und zur Werkstatt gefahren.
29 Bahnen in Dierkow geparkt
Insgesamt 29 Bahnen hat die RSAG für die Bauzeit in Dierkow geparkt – sicher bewacht vor Vandalismus. 26 sind täglich im Linienbetrieb, drei als Reserve. Ende Juli wurden die ersten Bahnen zur turnusmäßigen Wartung überführt. „Es gibt eine Prioritätenliste, defekte Fahrzeuge werden sofort überführt“, erklärt Thomas Fittkau, Teamleiter Straßenbahninstandhaltung bei der RSAG.
Die Wartungsintervalle liegen bei 10 oder 60 Tagen, je nach Technik und Zustand der Bahnen. „Wir müssen also nicht jedes Fahrzeug einmal in die Werkstatt holen“, so Fittkau.
40-minütige Fahrt und Seilwinde
Geplant ist, dass die Spedition Gruber Logistics einmal täglich in den Abendstunden die Runde zwischen Betriebshof und Wendeschleife im Kurt-Schumacher-Ring fährt. Das Unternehmen transportiert überwiegend Straßenbahnen, sagt Schwertransport-Begleiter Thomas Bennarndt. Die Rostocker Trams vom Typ 6N1 sind aktuell auf dieser Seite der Stadt im Einsatz, weil sie leichter sind als andere RSAG-Bahnen mit Klimaanlagen, erklärt Langner.
Der Ablauf ist immer gleich: Nach der etwa 40-minütigen Fahrt wird der Anhänger an die Schienenrampe angeschlossen und die Bahn per Seilwinde abgeladen. Anschließend wird das nächste Fahrzeug aufgeladen, gesichert und die Rückfahrt beginnt.
Bis zum 21. August
Bis zum 21. August müssen die Trams so durch die Stadt gefahren werden. Dann sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein und der Straßenbahnverkehr ab 22. August wieder ungehindert rollen.