Mit einem symbolischen Spatenstich haben die Bauarbeiten für eine neue Windkraftanlage auf dem Acker der evangelischen Kirchgemeinde in Demmin begonnen. Das Projekt sieht vor, vier ältere Windräder durch eine moderne Anlage zu ersetzen.
Moderne Anlage überragt ihre Vorgänger
Die neue Anlage vom Typ Enercon E138 soll 110 Meter hoch werden und damit deutlich höher sein als die vier alten mit rund 60 Metern. Nach Angaben der Beteiligten wird sie auch erheblich mehr Strom liefern als die bisherigen Anlagen.
Die Windpark GmbH der Kirchgemeinde wurde 1997 gegründet. Ihr Zweck sind Betrieb und Vermarktung von Strom aus Windenergie, die Kirchgemeinde ist alleinige Gesellschafterin. Im Vordergrund stand jedoch nicht nur der Gewinn, „sondern gleichzeitig auch ein Beitrag zur Bewahrung der guten Schöpfung Gottes“, betont der ehemalige Demminer Pastor Norbert Raasch.
Projekt passierte Behörden ohne Probleme
Bereits 2022 hatte die Kirchgemeinde den Neubau einer Windanlage beschlossen. Nach damaliger Gesetzeslage war unklar, ob es zum Bau kommen würde. Doch sowohl die Stadtvertretung Demmin als auch alle anderen Stellen wie die Naturschutzbehörde ließen das Vorhaben ohne Probleme passieren.
Die Beteiligten hatten zunächst mit mehr Gegenwind, besonders aus der Gemeinde, gerechnet. „Eigentlich sind die gegen Windkraftanlagen. Allerdings überzeugte das Argument, dass es nur eine wird“, sagt Planer und Bauleiter Helmut Spengler. „Wir waren überrascht und froh, dass es auch fast einstimmig durch die Stadtvertretung ging, als wir das Projekt vorgestellt haben“, ergänzt Norbert Raasch.
Finanzierung und geplante Inbetriebnahme
Helmut Spengler vom Ingenieurbüro Spengler und Götemitz auf Rügen plante die Anlage und begleitete gemeinsam mit der Kirchgemeinde die Schritte von der Idee über die Baugenehmigung bis zum Spatenstich. Im Oktober vergangenen Jahres erhielt die Kirche die Baugenehmigung. Die Kosten für das Vorhaben liegen bei rund sechs Millionen Euro, finanziert wird es gemeinsam mit der Volksbank Demmin. Da die GmbH ein Unternehmen in der Stadt Demmin ist, erhält diese auch die volle Gewerbesteuer aus dem Betrieb.
Die vier bestehenden Windräder wurden vor knapp 30 Jahren zur Gründung für 4,75 Millionen D-Mark errichtet. Sie sollen vom Netz genommen, abgebaut und recycelt werden, sobald die neue Anlage steht. Nach Angaben der Projektbeteiligten produziert die neue Anlage allein bis zu 4,26 Megawattstunden, während die vier alten zusammen auf 2,4 Megawattstunden kamen. Ein weiterer Vorteil sei der Standort, da dort bereits ein Netzanschluss der Edis liegt und ein Umspannwerk vorhanden ist. Letzteres wird jedoch erst installiert, sobald die Anlage steht. Im Mai nächsten Jahres soll die neue Windkraftanlage den Betrieb aufnehmen.