Kutterrudern: Das sind die Landesmeister 2026 in Loitz
Kutterrudern: Landesmeister 2026 in Loitz gekürt

Am Loitzer Hafen wurde am Wochenende angefeuert, gerudert und gejubelt. Zum ersten Mal richtete die Stadt an der Peene die Landesmeisterschaft im Kutterrudern aus. Für die Loitzer war das Premiere, in den Vorjahren fand die Meisterschaft in Anklam statt. Laut Organisator und Vereinsvorsitzendem des Ruderklubs Loitz, Enrico Weigel, gingen 27 Mannschaften aus Mecklenburg-Vorpommern an den Start.

600 Menschen verfolgten das Spektakel auf der Peene

Insgesamt gab es elf Frauenteams, vierzehn Männerteams und zwei Jugendmannschaften, die bei besten Bedingungen ihr Können zeigten. Am Hafen verfolgten dabei etwa 600 Menschen die Rennen, darunter rund 350 aktive Teilnehmer.

Bei den Männern siegten die Loitzer Peenepiranhas in 6.10 Minuten über die 1000-Meter-Distanz. Weigel, der normalerweise selbst bei den Peenepiranhas im Boot sitzt, kündigte an, dass das Team als einzige Mannschaft aus Mecklenburg-Vorpommern demnächst bei der Deutschen Meisterschaft auf dem Scharmützelsee antreten wird. Dort sind 5000 Meter zu absolvieren. Das wird für die Männer aus Loitz nochmal deutlich herausfordernder.

Die Sieger der Landesmeisterschaft

Frauen

  • 1. Stichlinge (Anklam) 7.00 Minuten
  • 2. Landeier (Anklam) 7.02 Minuten
  • 3. Seesportclub Greifswald 7.14 Minuten

Männer

  • 1. Peenepiranhas (Loitz) 6.10 Minuten
  • 2. Hanse Haie (Anklam) 6.12 Minuten
  • 3. Pommernhechte (Anklam) 6.22 Minuten

Jugend

  • 1. Loitzer Ruderklub 6.43 Minuten
  • 2. Seesportclub Greifswald 6.48 Minuten

Bei den Frauen setzten sich die Stichlinge aus Anklam zum achten Mal in Folge an die Spitze. Sie waren mit 7.00 Minuten das schnellste Frauenteam. „Die Mädels sind mit Herzblut dabei. Das wird ihnen nicht langweilig“, sagt ihr Steuermann. Er verwies auch auf die kontinuierliche Entwicklung des Sports in der Region, die auch durch den Seesportclub Anklam mitgetragen werde. „Dass wir so viele Mannschaften haben, verdanken wir dem Seesportclub in Anklam, der das durch das Peenefest in Anklam möglich gemacht hat“, freut er sich.

Erfolge und Bestzeiten

Ihren größten Erfolg feierte die Mannschaft im vergangenen Jahr bei den Deutschen Meistertiteln in Greifswald. Dort holten sie sich ebenfalls den ersten Platz. Besonders dankbar sind die Stichlinge aber darüber, dass die Landesmeisterschaft von den Veranstaltern immer so gut organisiert wird, egal ob in Anklam oder Loitz.

Ihre Konkurrentinnen, die Ruderluder aus Loitz, schätzen die Anklamer Mannschaften sehr. Sie haben ordentlich gefeiert. Mit einer Zeit von 7.20 Minuten hat es zwar knapp nicht fürs Treppchen gereicht, aber in der Landesmeisterschaft konnten sie ihre absolute Bestzeit fahren. „Wir waren 40 Sekunden schneller als im Training“, erzählen sie stolz. Hauptsache unter 8 Minuten wollte die Frauenmannschaft kommen. Ihren Erfolg verdanken sie dem guten Coaching und dass sie ein eingespieltes Team sind. „Es ist wichtig, seinen Platz im Boot zu haben. So kann jeder seine speziellen Fähigkeiten besser einbringen“, erklärt eine von ihnen.

Jugend mit starkem Auftritt

Bei der Jugendmannschaft des Demminer Goethe-Gymnasiums ist das Boot noch lange nicht voll, erzählt Hannes Graf. Seine Mannschaft hat eine Zeit von 6.43 Minuten errudert. „Schneller als jedes Frauenteam“, lobt Veranstalter Enrico Weigel die Jugend. Die Jugendmannschaft des Gymnasiums gehört dem Verein in Loitz an. Die Jugendlichen fahren dabei im gemischten Boot. Drei Mädchen und sieben Jungs vom Goethe-Gymnasium haben sich an der Landesmeisterschaft versucht und waren schneller als ihre Konkurrenten aus Greifswald.

Im vergangenen Jahr sind sie beim Peenefest das erste Mal an den Start gegangen, zwar in anderer Konstellation, aber auch schon erfolgreich, sagt Hannes Graf. Er ist nicht nur Steuermann, sondern auch Lehrer am Gymnasium und hofft, dass die Jugendlichen viel Freude am Sport finden und nach der Jugend in die Männer- und Frauenmannschaften in Loitz übergehen. „Es ist schwer, junge Leute fürs Kutterrudern zu bekommen.“ Das liegt hauptsächlich daran, dass man erst ab 13 einen Platz im Boot bekommt.

Dort aber viele Jugendliche schon in anderen Hobbys eingebunden sind. Über das Gymnasium finden sich dann aber doch immer ein paar Ruderinteressierte. In Zukunft wünscht sich Hannes Graf, dass das Angebot in Verbindung mit dem Loitzer Ruderklub auch Teil der Ganztagsschule werden kann. So wäre das Trainieren und Dranbleiben für die Jugendlichen auch einfacher.

Letztendlich sind sich die Mannschaften einig. Beim Kutterrudern geht es um Teamarbeit. Enrico Weigel fasst den Sport zusammen: „Wir machen das grundsätzlich alle gemeinsam. Es gibt auch schon mal Unstimmigkeiten im Boot, aber die bleiben da auch. Wenn es wieder an Land geht, ist alles wieder normal.“