Lukas Müller aus Neubrandenburg hat mit 19 Jahren seine Ausbildung abgebrochen und gründet nun ein Unternehmen für Drohnenreparaturen. Seine Leidenschaft für die Technik begleitet ihn seit seinem 15. Lebensjahr.
Vom Hobby zur Geschäftsidee
„Freunde haben irgendwann gesagt: Dann mach doch dein Hobby zum Beruf“, erzählt der 19-Jährige. Früher steuerte er ferngesteuerte Autos, später verbrachte er viele Stunden mit seiner Drohne am Tollensesee oder im Kulturpark. „Ich wollte immer schon hoch hinaus“, sagt er lachend.
Zum 1. November will Müller mit seinem Einzelunternehmen starten. Geplant ist, gebrauchte Drohnen zu kaufen, einfache Defekte zu reparieren und die Geräte weiterzuverkaufen. Komplizierte Elektronikschäden sollen zunächst weiterhin an den Hersteller gehen. Schrittweise möchte er sich weiterbilden und sein Angebot ausbauen.
Reparaturdauer als Auslöser
Die Idee entstand aus einem Ärgernis: Nachdem ihm eine Drohne aus der Hand gefallen war, musste er sie einschicken. „Das hat alles mehrere Tage gedauert.“ Diese Wartezeit möchte er verkürzen. Sein Ziel ist ein Service, der Reparatur, An- und Verkauf sowie später einen Bring- und Abholdienst verbindet. „Den Dienst bieten viele an, aber dann mit Versand.“
Die Firma ist bereits angemeldet, große Umsätze gibt es noch nicht. Lukas verdient Geld mit Fahrgastbefragungen im Bahnverkehr und arbeitet parallel an seiner Internetseite. Das Projekt wird ausschließlich aus Eigenmitteln finanziert. „Ich plane gerne im Voraus. Mit der Firma will ich aber erst mal gucken, was geht.“ Eine Kooperation mit einer ähnlichen Firma in Düsseldorf besteht bereits.
Pläne für die Zukunft
Irgendwann möchte Müller einen mobilen Reparaturservice aufbauen, später vielleicht eine Werkstatt mit Ladengeschäft in Waren (Müritz). Die zentrale Lage biete gute Voraussetzungen, um Kunden in ganz Mecklenburg-Vorpommern zu erreichen. Zu den Zielgruppen zählen Hobbypiloten, Unternehmen, Jäger und Landwirte, die Drohnen etwa zur Rehkitz-Rettung oder für Wärmebildaufnahmen nutzen. Auch Besuche in Hospizen sind geplant, „um Kindern ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern“.
Dass ihm wegen seines Alters manche skeptisch begegnen könnten, ist ihm bewusst. Erfahrung entstehe für ihn nicht nur durch Lebensjahre, sondern durch ständiges Lernen und die tägliche Beschäftigung mit der Technik.
Plan B als Zugbegleiter
Für den Fall, dass der Plan scheitert, hat er einen Plan B: Zugbegleiter. „Ich rede gerne mit Menschen, interessiere mich für Technik und will nicht den ganzen Tag E-Mails verschicken.“ Die Firma würde er trotzdem weiterführen, notfalls als Hobby.
Ob aus der Idee ein erfolgreiches Unternehmen wird, kann heute niemand sagen. Der Mut zum ersten Schritt ist bemerkenswert. Entscheidend ist für ihn erst einmal, dass aus einem Hobby die Chance auf einen Traumberuf geworden ist. Mehr Informationen gibt es auf seiner Webseite mueller-drone-service-and-rental.com.