Ostsee-Fan seit 1963: Gottfried Löber und seine Handball-Truppe
Ostsee-Fan seit 1963: Gottfried Löber und seine Handball-Truppe

Gottfried Löber, von Freunden „Erle“ genannt, fährt seit 1963 jedes Jahr an die Ostsee. Der 76-Jährige aus Sachsen-Anhalt verbringt seine Urlaube meist in Vorpommern. In diesem Jahr führte ihn sein erster Urlaub in Ueckermünde am Haff für eine Woche mit Kind, Frau und Enkel an die Küste.

Vom Handballturnier zur Dauerliebe

Der DDR-Handball brachte „Erle“ erstmals an die Ostsee. 1963 nahm er an einem Handballturnier in Heringsdorf auf Usedom teil, organisiert von seinem Sportsfreund Friedrich „Fritz“ Karl. Mit seinem Verein aus Prittitz bei Teuchern – zu DDR-Zeiten die Betriebssportgemeinschaft Empor Weißenfels – trat er auf Klein- und Großfeld gegen Mannschaften wie Empor Rostock, Einheit Heringsdorf, Dynamo Halle oder den ASV Bansin an.

Ab 1963 fuhren Löber und seine Mannschaftskameraden jeden Sommer nach Usedom, um Handball zu spielen. Die Reise erfolgte anfangs mit dem Zug, später mit dem Trabi. „Wir sind immer zu elft oder zu zwölft hochgefahren. Am Anfang mit dem Zug, dann irgendwann mit den Trabis. Wir waren eine richtig gute Truppe“, erinnert sich „Erle“.

Urlaub ohne Luxus

Die Unterkünfte waren einfach, oft reichte eine Decke über dem Kopf. „Zwischen Ahlbeck und Heringsdorf waren wir eigentlich überall mal“, sagt der 76-Jährige. „Selbst in Gartenlauben haben wir manchmal geschlafen.“ Das Gepäck war klein, denn „zu dritt in so einem Trabi, da reicht es nur für kleines Gepäck“, erzählt er lachend. Gewaschen wurde notfalls vor Ort.

Mit der Wende kam 1990 eine Pause – das einzige Jahr ohne Ostsee-Urlaub. Die jährlichen Handballturniere endeten 1994, doch die Liebe zu Vorpommern blieb. Auch ohne Sport zog es Löber weiterhin jedes Jahr in den Nordosten.

Ruhige Tage in Ueckermünde

In Ueckermünde genoss der Rentner die Ruhe: „Ich möchte heute keinen Trubel mehr, und da war der Urlaub in Ueckermünde schon gut.“ Strand und Tierpark wurden ausprobiert, auch dem Enkel zuliebe. Nur eines störte: „Mücken! Mücken gab es mehr als Alkohol.“

Dem Handball ist Löber bis heute treu geblieben, auch wenn Knie und Herz nicht mehr so mitmachen. 2023 gab er sein letztes Traineramt auf. Nach Jahrzehnten als Spieler, Trainer und Schiedsrichter ist nun Zeit zum Ausspannen – am liebsten an der Ostsee.