Ostsee: Segler in Not – Rettungseinsatz mit Hubschrauber und Marine
Ostsee: Segler in Not – Rettungseinsatz mit Hubschrauber und Marine

Ein medizinischer Notfall auf der Ostsee hat am Donnerstag einen umfangreichen Rettungseinsatz ausgelöst. Wie die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mitteilt, retteten Seenotretter gemeinsam mit einem Rettungshubschrauber und der Deutschen Marine einen stark seekranken Segler rund 37 Kilometer östlich der Insel Rügen. Der Mann wurde nach Angaben der DGzRS sicher nach Sassnitz gebracht und dort an den Rettungsdienst übergeben.

Schlechte Verbindung stört den Notruf

Wie die Seenotretter berichten, ging der Notruf gegen 16.30 Uhr über den internationalen UKW-Notrufkanal 16 bei der Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio ein. Die Verbindung sei so schlecht gewesen, dass zunächst lediglich ein medizinischer Notfall erkannt werden konnte. Auch die Position des betroffenen Segelbootes habe zunächst nicht festgestellt werden können.

Erst die polnische Fähre „Polonia“ habe den Funkspruch laut DGzRS deutlich empfangen und den Standort des Havaristen an die Rettungsleitstelle See weitergegeben. Das rund 7,5 Meter lange Segelboot habe sich zu diesem Zeitpunkt etwa 20 Seemeilen (rund 37 Kilometer) östlich von Rügen befunden. Nach Angaben der Rettungsleitstelle benötigte die Besatzung dringend medizinische Hilfe.

Alarmierung von Kreuzer, Hubschrauber und Minenjagdboot

Daraufhin alarmierte die Rettungsleitstelle See der DGzRS nach eigenen Angaben umgehend den Seenotrettungskreuzer HARRO KOEBKE aus Sassnitz, einen Rettungshubschrauber von NHC Northern Helicopter sowie das in der Nähe befindliche Minenjagdboot „Bad Bevensen“ der Deutschen Marine.

Retter können sich nicht auf Segelboot abseilen

Wie die DGzRS weiter mitteilt, erreichte der Rettungshubschrauber den Einsatzort als erste Einheit. Wegen westlichen Winds der Stärke 5 und einer Wellenhöhe von bis zu zweieinhalb Metern habe das medizinische Personal jedoch nicht direkt auf das Segelboot abgeseilt werden können. Stattdessen seien Notarzt und Notfallsanitäterin auf dem Seenotrettungskreuzer abgesetzt worden, der über ein spezielles Hubschrauberarbeitsdeck verfügt.

Mit dem Tochterboot NOTARIUS brachten die Seenotretter das medizinische Team nach Angaben der DGzRS anschließend zum Segelboot. Dort sei der stark seekranke Mann übernommen und im geschlossenen Deckshaus des Tochterbootes medizinisch versorgt und stabilisiert worden. Der zweite Segler sei zunächst an Bord geblieben und später von einem Beiboot der „Bad Bevensen“ übernommen worden. Zuvor sei bereits ein Marinesoldat auf das Segelboot übergestiegen.

Transport nach Sassnitz und Übergabe

Während der Rettungshubschrauber zum Auftanken nach Rügen zurückkehrte, transportierten die Seenotretter den Patienten laut DGzRS nach Sassnitz. Während der gesamten Fahrt habe das medizinische Team die Behandlung fortgesetzt. Parallel habe die „Bad Bevensen“ das Segelboot in Schlepp genommen.

Gegen 20.15 Uhr erreichte die NOTARIUS nach Angaben der DGzRS den Hafen von Sassnitz. Dort übergaben die Seenotretter den Patienten an einen Rettungswagen. Anschließend hätten sie auch den zweiten Segler sowie das Segelboot von der Marine übernommen und sicher in den Hafen gebracht.

DGzRS warnt vor schwerer Seekrankheit

Die DGzRS weist darauf hin, dass schwere Seekrankheit auf See eine ernste Gefahr darstellen kann. Insbesondere bei rauer See und großer Entfernung zur Küste könne sie eine schnelle medizinische Versorgung erforderlich machen.