Vom Florett zur Diplomatie: Jan Tombiński, Ehrengast der Hanse Sail
Vom Florett zur Diplomatie: Jan Tombiński

Der Leiter der Polnischen Botschaft in Berlin, Jan Tombiński, ist als Ehrengast zur Hanse Sail nach Rostock gekommen. Polen ist das Partnerland der diesjährigen Veranstaltung. Bei der Eröffnungsfeier stand er mit Rostocks Oberbürgermeisterin Eva-Maria Kröger (Linke) auf der Bühne.

Diplomat mit vielen Stationen

Tombiński machte in hervorragendem Deutsch deutlich, warum die Hanse Sail wichtig ist: „Solche Ereignisse helfen, dass Menschen unserer Länder zusammenkommen, Vorurteile abbauen und über die gemeinsame Zukunft sprechen.“

Der 67-Jährige hat in Krakau Germanistik und Geschichte studiert. Bevor er 2024 nach Berlin berufen wurde, war er als Botschafter in Frankreich tätig und im Auftrag der Europäischen Union in der Ukraine und am Heiligen Stuhl im Einsatz.

Erste Deutschland-Erfahrung in Greifswald

Gern erinnert er sich an Greifswald, wo er vor 40 Jahren seine ersten Deutschland-Erfahrungen sammelte. Inzwischen spricht er neben Deutsch auch Französisch, Ukrainisch, Slowenisch, Tschechisch und Englisch.

Seine Laufbahn begann Tombiński als Sportler: 1978 wurde er in Polen Vizemeister im Florettfechten. Wendigkeit und das Gefühl für den richtigen Moment sind auch in der Diplomatie gefragt.

Noch nicht offiziell Botschafter

In unruhigen politischen Zeiten verwundert es, dass Tombiński noch nicht offiziell zum Botschafter in Deutschland ernannt wurde. Offiziell tritt er als „Gesandter“ und Leiter der Botschaft auf. Als Vater von zehn Kindern war der gläubige Katholik Anfang der 2000er Jahre auch beim polnischen Papst Johannes Paul II. in Rom.

Wunsch erfüllt: Fahrt auf die Ostsee

Tombińskis Wunsch, mit einem Schiff auf die Ostsee zu fahren, erfüllte sich schnell. „Das kriegen wir hin“, sagte Kröger lachend. Für den Ehrengast geht es um mehr als Wind und Wellen: „Die Ostsee verbindet unsere Länder“, sagt er.