Fünf Mitglieder des Demminer Simson-Clubs „Der Osten rollt“ sind vom 26. Juni an die ehemalige innerdeutsche Grenze entlanggefahren. Gestartet wurde am Vereinshaus in Demmin, der eigentliche Startpunkt lag im Dreiländereck Bayern-Sachsen-Tschechien. Nach rund 1900 Kilometern erreichten sie ihr Ziel in Travemünde.
Technische Pannen auf der Hinfahrt
Auf der Fahrt in den Süden gab es technische Probleme. Zuerst verlor Lars Spranger neun Speichen an seinem Hinterrad. „Jeder von uns spendete eine Speiche“, schildert Christian Graf, „die wir bei ihm einbauten.“ Später platzte ein Hinterreifen an seiner Simson. In ihrer Not riefen sie spätabends die Simson-Werkstatt H. Pfeiffer in Aschersleben an. Der Mechaniker öffnete um 23 Uhr seinen Laden und verkaufte ihnen einen Reifen und Speichen.
Die Simsons der Gruppe sind teils über 40 Jahre alt. Die Schwalbe von Steffen Müller wurde vor 44 Jahren gebaut, die Simson von Christian Graf stammt aus dem Jahr 1972. Christian Gau wog sich mit seiner Simson und dem Gepäck: Es waren 200 Kilogramm.
Stationen entlang der Grenze
Am Startpunkt Probstzella besichtigten sie den Grenzbahnhof und anschließend Mödlareuth das Deutsch-Deutsche Museum. Nach etwa 90 Kilometern erreichten sie Bad Lobenstein. Ihr Nachtlager schlugen sie statt um 20 Uhr erst gegen 1 Uhr nachts auf, bei Temperaturen bis zu 38 Grad.
Die Strecke führte durch den Harz, wo sie sich in Braunlage die Berge hochquälten. Über Ilsenburg erreichten sie Schnackenburg, wo sie die Grenzgedenkstätte und die Elbgrenze ansahen. Von dort ging es über Gartow nach Lenzen und weiter nach Dömitz. Zwei Tage später folgte die letzte Etappe nach Lübeck-Schlutup. Die Gruppe machte auch einen Abstecher nach Eisenach, wo sie das Wartburg-Museum besichtigten.
Club plant weitere Touren
Der Club „Der Osten rollt“ wurde 2001 gegründet und hat acht Mitglieder. Sie treffen sich regelmäßig in ihrem Vereinsheim. Ein- bis zweimal im Monat unternehmen sie Ausflüge in die Umgebung, oft nach Altentreptow und Loitz. Sie sind mit dem Trabi-Buggy Club 93 in Anklam befreundet. „Einmal im Jahr fahren wir zum Campen mit unserer Familie los“, berichtet Christian Graf.
Sven-Uwe Wolter erklärt die Begeisterung für die alten DDR-Mopeds: „Wir fahren, neben neuen Autos, auch privat Ostautos. Das Interesse ist bei mir in den vergangenen Jahren gewachsen, weil wir als Kinder durch unsere Eltern mit den Fahrzeugen in Berührung kamen.“ Alle sind sich einig, dass es auch im nächsten Jahr eine Tour geben wird. „Aber auf jeden Fall wird es eine Tour geben“, versichert Christian Graf.