Schwere Gewitter und kräftige Windböen haben am Freitagabend in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns für Schäden und Behinderungen gesorgt. Besonders betroffen war die Mecklenburgische Seenplatte. Nach einem wetterbedingten Stromausfall sind die meisten Haushalte in Röbel und Waren inzwischen wieder versorgt.
Stromversorgung schrittweise wiederhergestellt
Nach Angaben des Netzbetreibers E.DIS konnte die Stromversorgung bis etwa 22 Uhr schrittweise wiederhergestellt werden. In kleineren Orten der Region dauern die Arbeiten am Sonnabend noch an, da die Reparaturen aus Sicherheitsgründen erst bei Tageslicht begonnen haben.
B192 bei Malchow bis Montag gesperrt
Auch auf den Straßen sorgte das Unwetter für Probleme. Die Bundesstraße 192 zwischen Penkow und Roez bei Malchow ist nach Angaben der Polizei in beiden Richtungen voraussichtlich bis Montag gesperrt. Mehrere Bäume waren am Freitagabend auf die Fahrbahn gestürzt. Bei den anschließenden Aufräumarbeiten entdeckten die Einsatzkräfte weitere instabile Alleebäume. Weil Feuerwehr und Straßenmeisterei nicht mehr weiterkommen, muss am Montag eine Spezialfirma anrücken, so die Polizei. Verkehrsteilnehmer werden gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren.
Unfall auf A20 mit fünf Verletzten
Auf der A20 bei Schönberg im Landkreis Nordwestmecklenburg sind am Freitagabend fünf Menschen bei einem Unfall leicht verletzt worden. Nach Polizeiangaben war ein Autofahrer in starken Platzregen geraten, hatte seine Geschwindigkeit reduziert und war mit eingeschaltetem Warnblinker auf den Standstreifen gefahren. Ein nachfolgender Autofahrer übersah den Wagen offenbar und fuhr auf. Alle fünf Insassen der beiden Fahrzeuge wurden in ein Krankenhaus nach Lübeck gebracht. An den Autos entstand laut Polizei ein Schaden von rund 72.500 Euro. Die A20 in Richtung Lübeck war zwischen Schönberg und Lüdersdorf wegen der Bergungsarbeiten für rund zwei Stunden gesperrt.
Möglicher Tornado in Teterow
Im Raum Teterow könnte sich am Freitag ein Tornado gebildet haben. Nach Einschätzung von NDR Wetterexperte Stefan Kreibohm könnte es im Raum Teterow einen Tornado gegeben haben. Auf den Radarbildern sei dort eine Rotation innerhalb der Gewitterzelle zu erkennen gewesen. Die gleiche Unwetterzelle zog weiter nach Rügen. Dort kam es laut Kreibohm eher zu einer kräftigen Fallböe. Sie kann entstehen, wenn große Mengen Regen in trockene Luft fallen, Wasser verdunstet und die dadurch stark abgekühlte Luft mit hoher Geschwindigkeit zu Boden stürzt. Dabei können Windgeschwindigkeiten von mehr als 100 Kilometern pro Stunde auftreten und erhebliche Schäden entstehen.