Im Tiererlebnispark Müritz in Grabowhöfe ist ein Zebruid geboren worden – die seltene Kreuzung aus einem Zebra und einem Esel. Das Jungtier kam bereits im August zur Welt und ist das erste seiner Art in Mecklenburg-Vorpommern. Bundesweit existieren nur 15 Tiere dieser Spezies. Trotz Komplikationen bei der Geburt sind Mutter und Fohlen wohlauf.
Hintergrund: Zebra-Hengst musste von der Herde getrennt werden
Um Inzucht zu verhindern, tauschen Zoos ihre Tiere untereinander aus. Dabei erhielt der Tierpark in Grabowhöfe einen spanischen Zebra-Hengst. Als dieser begann, die anderen Stuten zu beißen, musste er von der Zebra-Herde getrennt werden.
Tierpflegemeister David Fuhlbrügge erklärt, dass Zebras, Esel oder Pferde auf lange Sicht nicht alleine bleiben können. „Wir haben dann innerhalb des Zoos entschieden, wir setzen ihn zwischen die Eselherde“, sagt er. Dort verstand sich der Hengst mit einer Eselin offenbar besonders gut – und so kam es zum Nachwuchs. Inzwischen ist der Zebra-Hengst nicht mehr im Tierpark, wie Fuhlbrügge mitteilt: „Aber das Produkt der Liebe lebt jetzt hier bei uns.“
Einzigartige Kombination aus Wild- und Haustier
Aus der Ferne wirkt das Zebruid wie ein gewöhnliches Eseljungtier. Bei genauerem Hinsehen zeigen sich jedoch die typischen Zebrastreifen – zunächst an den Beinen, inzwischen auch am Unterteil des Körpers. Auch die schwarzen Ohrspitzen sind typisch für ein Zebra, erzählt Fuhlbrügge.
„Es ist in der Zoowelt extrem selten, weil diese Kombination zwischen Wild- und Haustier aufgrund der Genetik nicht so gut funktioniert“, erklärt der Tierpflegemeister. Das spätere Verhalten zeige, welchem Elternteil das Jungtier ähnlicher wird. Hybride seien meist gesünder, wenn zwei verschiedene Tiere gekreuzt werden, die normalerweise wenig miteinander zu tun haben. Haustiere litten häufiger an Erbkrankheiten, da sie lange Zeit vorwiegend untereinander gehalten wurden.
Geburt mit Komplikationen und Publikum
Bei der Geburt gab es Probleme: Am Morgen waren zunächst die Vorderbeine des Neugeborenen zu sehen, doch die Schnute folgte nicht, da der Kopf verdreht war. Ein Mitarbeiter musste den Kopf in die richtige Position drehen – unter den Augen vieler Besucher, denn der Zoo hatte bereits geöffnet. Die Gäste waren zunächst wie in Schockstarre, applaudierten jedoch laut, als das Jungtier geboren wurde.
Die Eselmama benötigte anschließend eine kleine Operation, weil die Dehnung zu gesundheitlichen Problemen geführt hatte. Inzwischen geht es ihr wieder gut. Auch das Jungtier ist bisher gesund: „Es hat offensichtlich bisher eine gute Entwicklung hingelegt“, sagt Fuhlbrügge. In den ersten Tagen wurde es engmaschig vom Tierarzt untersucht.
Besucher können derzeit in den sozialen Medien über einen Namen für das Zebruid abstimmen. Zur Auswahl stehen Möhrchen, Stripe, Pippo Langstrumpf oder Socke. Insgesamt erreichten den Zoo 1163 Namensvorschläge.