Der Kreistag Ludwigslust-Parchim hat in seiner jüngsten Sitzung ein Radwegekonzept beschlossen, das ab 2028 angewandt werden soll. Mit einem Punktesystem werden darin mögliche Radweg-Projekte entlang von Kreis- und Gemeindestraßen bewertet und priorisiert. Die höchste erreichte Punktzahl war 33, die niedrigste 7 Punkte.
Punktesystem berücksichtigt verschiedene Faktoren
Das Punktesystem berücksichtigt verschiedene, von der Verwaltung festgelegte Faktoren, etwa die Verbesserung der Stadt-Umland-Beziehungen, die Distanz zu zentralen Orten, den Lückenschluss zu anderen, bereits bestehenden Radwegen. Auch die Anbindung an Einkaufsmöglichkeiten oder medizinische Versorgung sowie der Anschluss an bestehende touristische Radwege flossen in die Klassifizierung mit ein.
Des Weiteren zählten Kriterien wie die Anbindung an Bahnhöfe, die Sicherung von Schulwegen, die Fahrbahnbreite und das durchschnittliche tägliche Verkehrsaufkommen von Autos und Lastwagen. Zudem berücksichtigt das Konzept ausschließlich Straßen und Straßenabschnitte, an denen bisher keine Radwege vorhanden sind.
Das Radwegekonzept, das bereits 2023 von den damaligen Kreistagsfraktionen CDU, SPD, Linke, FDP/AbIR/AfL und Freier Horizont/Freie Wähler gefordert worden war, soll in die Haushaltsplanungen 2028 einfließen und dann in der Reihenfolge der Priorisierung umgesetzt werden.
Prioritäten: 33 Punkte für einige Strecken
Demzufolge würden zunächst die Radwege umgesetzt, die mit 33 Punkten bewertet wurden. Das sind unter anderem Radwege zwischen Picher (Amt Hagenow-Land) und Warlow (Amt Ludwigslust-Land) oder auch zwischen Pätow und Steegen im Amt Hagenow Land. Mit 31 Punkten als fast genauso dringlich bewertet ist der Radwegebau zwischen Stolpe (Amt Parchimer Umland) und Neu Klockow (Stadt Parchim) oder Wanzlitz (Amt Grabow) und Grabow.
Ebenfalls bei Grabow liegt Steesow, das mit 7 Punkten kaum eine Chance darauf hat, dass zeitnah ein Radweg in dem Ort gebaut wird. Auch im Sternberger Seenland scheinen Radwegeprojekte nicht ganz so dringlich zu sein, was allerdings vermutlich der Tatsache zuzuschreiben ist, dass dort bereits viele Radwegeprojekte umgesetzt sind. Die höchste Dringlichkeit in dieser Region hat die Strecke zwischen Kobrow II und Wamckow, die immerhin mit 24 Punkten bewertet wurde.
Großteil der Radwege kommt nicht sofort
Im Schweriner Umland ist ein Radweg in der Ortslage Barnin im Amt Crivitz immerhin mit 29 Punkten als eher dringlich eingestuft. Die weitaus meisten denkbaren Radwege im Landkreis Ludwigslust-Parchim sind mit 18 bis 23 Punkten eingestuft und werden daher vermutlich erst in einigen Jahren gebaut.
Für die Erstellung des Radwegkonzeptes hat die Kreisverwaltung sämtliche bestehenden Radwege an Kreisstraßen erfasst sowie alle allgemein zugänglichen Daten weiterer Planungsträger für die Bewertung herangezogen. Der Katalog soll mit seinen raumordnerischen und verkehrssicherheitstechnischen Gesichtspunkten einheitliche und nachvollziehbare Kriterien bieten. Diese sollen helfen, die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel effektiv im gesamten Landkreis einzusetzen.