Jamel rockt den Förster: Anreise wieder möglich, Festival geht weiter
Jamel rockt den Förster: Anreise wieder möglich

Nach der wetterbedingten Absage des Freitagsprogramms können Besucher des Musikfestivals „Jamel rockt den Förster“ wieder anreisen. Das teilten die Veranstalter am Vormittag mit. Die Anreise nach Jamel sei wieder möglich, allerdings nur mit einem Ticket. „Wir freuen uns auf euch“, posteten sie auf Instagram. Weitere Informationen und Updates zum Programmablauf würden in Kürze folgen.

Unwetter führte zur Absage

Das Festivalprogramm am Freitag war kurzfristig abgesagt worden. Ein Unwetter mit Starkregen war über das Gelände in Jamel im Landkreis Nordwestmecklenburg gezogen. Die Wege zu den Parkplätzen und zum Zeltplatz waren nicht mehr befahrbar. Auch der für Technik und Verstärker vorgesehene Platz war vom Regen durchgeweicht. Die Polizei hatte bereits vor der Absage die Zufahrt nach Jamel am Abzweig von der Bundesstraße gesperrt. Die Auftritte der ersten Bands wurden schon am Nachmittag gestrichen. Unter anderem sollte die Band „Meute“ auftreten.

Stabilisierung des Geländes

Nach dem Regen wollten die Veranstalter den Bereich vor der Bühne mit Rindenmulch und Platten stabilisieren. Besucherinnen und Besucher wurden vorsorglich gebeten, Gummistiefel und Friesennerz mitzubringen. Wer bereits vor Ort in Jamel war, suchte am Freitagabend nach einer Unterkunft in der Umgebung oder machte sich auf den Heimweg. Über Instagram halfen die Veranstalter, spontan Schlafplätze zu vermitteln. Die zuständige Pastorin öffnete dafür die Kirchen in Proseken und Hohenkirchen.

Weniger Tickets und neues Programm

Die Veranstalter hatten mit bis zu 2.500 Festivalbesuchern pro Tag gerechnet. In diesem Jahr wurden 1.000 Tickets weniger angeboten als in den Jahren zuvor. Neben der Musik soll es mit Blick auf die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern am 20. September mehr Workshops und Diskussionen geben sowie Werbestände von Parteien, die es bisher nicht gab. Wie in jedem Jahr wollten die Veranstalter erst während des Festivals verraten, wer auftreten wird. In den vergangenen Jahren haben bereits Herbert Grönemeyer, Campino mit den Toten Hosen, Die Ärzte, Fettes Brot und Deichkind bei „Jamel rockt den Förster“ gespielt.

Festival gegen Rechtsextremismus

Das Ehepaar Birgit und Horst Lohmeyer hatte das Festival im Jahr 2007 ins Leben gerufen. Die Eheleute protestieren mit dem Festival seitdem jedes Jahr in Jamel gegen Rechtsextremisten. Seit den 1990er-Jahren zogen gezielt Neonazis in den Ortsteil der Gemeinde Gägelow. Bis heute gibt es Anfeindungen gegen das Ehepaar Lohmeyer. 2015 wurde deren Scheune angezündet. Silvester 2024/2025 wurden Feuerwerkskörper auf das Grundstück abgeschossen.

Organisation und Auflagen

Veranstalter ist auch in diesem Jahr unter anderem die Gewerkschaft ver.di. Sie hat die Veranstaltung als Versammlung angemeldet. Deswegen gelten auch in diesem Jahr Auflagen des Landkreises, wie ein Glasflaschenverbot. Im Juli hatten sich die Veranstalter mit der Gemeinde im Streit über die Flächen im Dorf geeinigt. Die Veranstalter zahlen demnach eine Pacht von etwa 5.000 Euro für die Nutzung von Wiesen für das Festival.