Eine Spaziergängerin hat am vergangenen Sonnabend in einem Waldstück nahe Wöbbelin zufällig eine Mine gefunden. Die Frau reagierte richtig, fasste nichts an, machte Bilder und eilte nach Hause. Ihr Mann informierte dann die Polizei, die sofort ausrückte. Die Streifenwagenbesatzung fand vor Ort sogar drei Minen vor und sicherte den Fundort.
Munitionsbergungsdienst identifiziert Tellerminen
Wenig später waren die Spezialisten des Munitionsbergungsdienstes aus der Jessenitzer Zweigstelle an der Fundstelle. Sie klassifizierten die Minen als Tellerminen aus Wehrmachtsbeständen. Nach kurzer Untersuchung war klar: Die Minen können nicht transportiert, sondern müssen vor Ort gesprengt werden. Das soll in den kommenden Tagen passieren. Trotz der relativen Nähe zum Ort muss für die Sprengung wohl niemand evakuiert werden.
Jede Mine enthält 5,5 Kilogramm TNT
Bei den Minen handelt es sich um eine deutsche Tellermine vom Typ 35 und zwei Tellerminen vom Typ 42. Das sind hochexplosive Panzerabwehrwaffen aus dem Zweiten Weltkrieg, die zur Standardausrüstung der Wehrmacht gehörten. Jede dieser Minen enthält 5,5 Kilogramm des Sprengstoffs TNT. Nach einer ersten Einschätzung des Munitionsbergungsdienstes sind die Minen offenbar entsorgt und nicht etwa scharf verlegt worden. Zwei Minen sind mit einem Deckel versehen, der eine Ausbausperre enthalten kann. Das bedeutet Explosionsgefahr, wenn der Deckel einfach abgeschraubt werden würde. Daher kam es zu der Entscheidung, die Minen vor Ort zu sprengen.
Dass die Sprengung nicht am Wochenende stattfand, lag an der immer noch herrschenden Waldbrandgefahr. Polizeisprecher Felix Zgonine: „Aufgrund der herrschenden Witterung gehen wir jedoch davon aus, dass die Sprengung in den folgenden Tagen passieren kann.“
Polizei lobt Verhalten der Finderin
Die Polizei lobt das Verhalten der Finderin und ihres Mannes. Zgonine: „Grundsätzlich ist es immer richtig, nichts anzufassen, Fotos zu machen und den Standort genau festzustellen. Heutzutage hat ja fast jeder ein Mobiltelefon dabei, da geht das.“ Die Sache hätte auch ganz anders ausgehen können. Warum die relativ großen Minen, eine wiegt fast 9 Kilogramm, solange unentdeckt blieben, konnte niemand beantworten. Vermutlich sind die Waffen durch Wehrmachtsangehörige in den letzten Tagen des Krieges als Last entsorgt worden, wie es an vielen Stellen geschah. Bei den Waffen hätte eine Last von 90 Kilogramm ausgereicht, um die Explosion auszulösen. Bei einer Nachsuche vor Ort sind laut Polizeiangaben keine weiteren Waffen oder Sprengkörper gefunden worden. Bis zur Sprengung hat die Polizei den Fundort sehr sorgfältig gesichert.