Batteriespeicher in Wulkenzin: Anwohner laufen Sturm, Petition gestartet
Batteriespeicher Wulkenzin: Anwohner laufen Sturm

In Wulkenzin westlich von Neubrandenburg sorgt ein geplanter Batteriespeicher für erheblichen Unmut. Bei der Sitzung der Gemeindevertretung waren neben den Vertretern rund 60 bis 70 Anwohner erschienen, die sich mehrheitlich gegen das Projekt aussprachen. Bürgermeister Marcel Thiele zeigte Verständnis: „Ich weiß, dass viel Ärger im Raum ist.“

Projektpläne und erste Reaktionen

Der Projektentwickler S&P Kraftwerke GmbH aus Waren plant auf einer etwa zwei Hektar großen Fläche am östlichen Ortsrand eine Anlage mit bis zu 600 Megawattstunden Speicherkapazität. In Wulkenzin kursieren Gerüchte über 120 Speichercontainer. Die Anwohner kritisieren unter anderem, dass sie nicht von der Gemeinde, sondern über Medien und Mundpropaganda von den Plänen erfahren haben.

Der Bürgermeister entgegnete, dass er selbst erst Mitte Juni eine erste Anfrage erhalten habe. Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung am 30. Juni habe er die Gemeindevertreter informiert. „Da wird noch gar nichts gebaut“, betonte Thiele. Es handle sich lediglich um erste Planungen.

Rechtliche Lage und Handlungsoptionen

Marko Siegler, Fachbereichsleiter „Bau & Liegenschaften“ des Amtes Neverin, erläuterte, dass für das Grundstück ein Bebauungsplan aus dem Jahr 1994 existiert, der ein Gewerbegebiet festsetzt. Batteriespeicheranlagen seien dort baurechtlich zulässig. Die Gemeinde habe jedoch Möglichkeiten, den Bau zu verhindern, etwa durch eine Modifizierung des Bebauungsplans und eine zeitweise Sperrung des Vorhabens.

Ronny Thiele, Bruder des Bürgermeisters, hat eine Petition gestartet, die eine „kritische Prüfung“ der Planung und die Ablehnung des Standorts in unmittelbarer Nähe zur Wohnbebauung fordert. „Ich versuche, 1500 Unterschriften zu kriegen“, sagte er. Am Abend der Sitzung kamen bereits mehr als 100 zusammen.

Einwohnerversammlung im September

Am 22. September findet in der Wulkenziner Turnhalle ab 18 Uhr eine Einwohnerversammlung statt, bei der Fragen rund um den Batteriespeicher beantwortet werden sollen. Vertreter des Projektentwicklers, ein externer Experte und ein Moderator werden erwartet. Die Gemeinde will sich dort eine Meinung bilden, wie der Bürgermeister ankündigte.

Irmtraut Harz, eine der Kritikerinnen, lehnt die Veranstaltung ab: „Ich persönlich lehne diese Werbeveranstaltung ab.“ Solche Termine seien „sinnlos“, Versprechungen würden „nirgendwo eingehalten“. Ein Gemeindevertreter kündigte an, die Gegner zu unterstützen und sein Mandat niederzulegen.

Stimmung und Ausblick

Zum Abschluss der Sitzung mahnte ein Anwohner: „Ihr müsst euch nach dem Willen der Bevölkerung richten. Die Masse, die hier sitzt, ist dagegen.“ Bürgermeister Thiele betonte, er sei „von euch gewählt und für euch arbeitend“. Derzeit laufen noch Prüfungen: Gutachten zu Folgen für Anwohner, Landschaftsbild, Verkehr und Brandschutz werden erstellt, ein Brandschutzkonzept wird mit der örtlichen Feuerwehr erarbeitet.