Junger Bio-Landwirt startet Eier-Produktion mit mobilem Stall
Bio-Eier aus mobilem Stall in Fahrenwalde

Timo Senßfelder, Bio-Landwirt aus Fahrenwalde, hat einen mobilen Hühnerstall angeschafft, um Bio-Landeier zu produzieren. Der 18 Meter lange Stall steht nahe des Ortsteils Karlsruh und bietet Platz für 449 Legehennen der Rasse Sandy vom Geflügelzuchtbetrieb Lohmann. Die Hühner legen cremefarbene Eier und picken auf der Fläche angebauten Bio-Weizen und Rotklee.

Hintergrund: Veredelung des eigenen Getreides

Senßfelder bewirtschaftet seit fünf Jahren einen 50 Hektar großen Bio-Agrarbetrieb. Da die Erlöse für Bio-Weizen nicht zufriedenstellend waren, entschied er sich, das eigene Getreide zu veredeln und Bio-Eier zu produzieren. Bestärkt wurde er durch die allgemein gute Nachfrage nach Freiland- und Bio-Eiern, deren Verkauf mitunter wie zu Ostern auf zwei Packungen pro Kunde begrenzt ist.

Vermarktung über Automaten und Hofverkauf

Für die Vermarktung holte Senßfelder den befreundeten Landwirt Christoph Komnick mit ins Boot. Komnick stellte bei Spikys Grill, einem Food-Truck an der Bundesstraße 109 in Rollwitz, einen Verkaufsautomaten auf. Der Automat fasst 60 Packungen zu je zehn Eiern, die Packung kostet 4,50 Euro. Bezahlt werden kann mit Karte oder Bargeld. Die Eier sind 28 Tage haltbar. Zudem werden die Eier auch auf Senßfelders Hof in Fahrenwalde verkauft.

Haltung und Technik

Die Anzahl der Tiere ist laut Bio-Richtlinie auf 449 begrenzt, die Auslauffläche muss mindestens vier Quadratmeter pro Huhn betragen. Pünktlich um 10 Uhr öffnen sich die Klappen des mobilen Stalls, nachdem die Hennen im Stall ihr Ei gelegt haben. Senßfelder erwartet etwa 400 Eier pro Tag. Die angestrebte Legeleistung beträgt rund 18 Monate, danach sinkt sie stark ab. Die Tiere können dann an private Halter verkauft oder anderweitig vermarktet werden.

Der mobile Stall arbeitet weitgehend automatisch: Lüftung, Öffnen und Schließen der Luken, Kot-Entsorgung, Eiertransport auf einem Rollband und Licht-Steuerung laufen vollautomatisch. Einmal pro Woche muss Wasser nachgefüllt werden, die Hühner verbrauchen etwa 120 Liter pro Tag. Die Lichtsteuerung ist wichtig, um eine Legeleistung von 90 Prozent zu erreichen. Schutz vor Raubvögeln wie Habichten bietet ein teilweise über das Areal gespanntes Netz sowie Unterstände.

Förderung und Zukunftspläne

Der Stall wurde über das Agrarinvestitionsprogramm des Landes gefördert, das Senßfelder als Junglandwirt noch in Anspruch nehmen konnte. Eine Option ist künftig die Lieferung an den Handel, etwa an Edeka, sofern über den eigenen Verkauf hinaus ausreichend Eier produziert werden. „In einem Jahr kann man vielleicht mehr dazu sagen“, so Senßfelder.