Ein Bootsausflug am Westufer des Kummerower Sees in Höhe des Warsower Einstichs hat Jens Schmieschek alarmiert. „Was auch immer das ist, es sieht verheerend aus und so etwas habe ich vorher noch nicht gesehen“, beschreibt er seinen Eindruck. Er schlägt vor, die Sache überprüfen zu lassen.
Amt rät dringend vom Baden ab
Was im Uferbereich wie ein blaugrüner Ekelteppich aussieht, wird auch in diesem Sommer von Blaualgen verursacht, die bei warmem Wetter auftreten. Besonders für Aufregung sorgt die dicke Brühe, wenn sie an Badestellen herumwabert. Das ist derzeit am Ostufer in mehreren Orten der Fall. In Sommersdorf, Verchen und Gravelotte wird vor Blaualgen gewarnt. Das Amt Demmin schreibt auf seiner Internetseite: „Baden Sie keinesfalls in diesem Gewässer! Leinen Sie Ihre Hunde an!“
Doch nicht der gesamte See ist in diesem Ausmaß betroffen. Für die beiden Badestellen im Bereich des Amtes Malchin – für Salem und Kummerow – gibt es noch keine Einschränkungen. Allerdings ist das Wasser auf dem gesamten See nicht mehr so klar wie sonst und färbt sich leicht grün. Aufkommender Wind wirbelt das Wasser derzeit auch immer wieder auf.
Algenprobleme sind nicht neu
Probleme mit Algen sind am Kummerower See nicht neu. Jedes Jahr sind grüne bis blaugrüne Schlieren oder Flocken an verschiedenen Uferbereichen zu sehen. Besonders schlimm war es im August vor zwei Jahren, als der gesamte See zu „blühen“ schien. Damals hatte sich an einigen Uferbereichen eine bis zu zehn Zentimeter dicke Schlammschicht gebildet, durch die selbst Motorboote kaum noch hindurchkamen. So gravierend ist die Situation derzeit noch nicht.
Bakterien in großen Massen sind giftig
In massiver Konzentration können Blaualgen Allergien und schmerzhafte Hautreizungen hervorrufen. Eigentlich handelt es sich um Bakterien, genauer: Cyanobakterien. Die Wissenschaft stuft sie als giftig ein, erst recht in großen Massen. Phosphor und Stickstoff heizen das Algenwachstum an. Das Ganze funktioniert erst bei Wassertemperaturen ab 16 Grad. Deshalb tritt der Algencocktail nur im Sommer auf – vorwiegend bei Windstille.
So rasch, wie sich der Algenteppich ausbreitet, so schnell verschwindet er in der Regel auch wieder. Wind und Wellen reichen oftmals aus, um die grüne Brühe auseinanderzutreiben. Doch der Sommer ist noch nicht vorbei, und das warme Wetter könnte den Bakterien-Cocktail jederzeit neu anrühren.