Beim Internationalen Art Camp auf dem Kulturkosmosgelände in Lärz haben 60 Jugendliche nach zehn Tagen Workshops ihre Ergebnisse in Kunst, Theater, Medien und Musik präsentiert. Das Publikum bestand aus Eltern, Großeltern und Gästen, die von der Vorführung erfahren hatten.
Internationale Begegnung mit Englisch als Brücke
Die Teilnehmer kamen aus Italien, Frankreich, Polen und Deutschland, wobei einige auch aus weiteren Nationen stammten, darunter ehemals Geflüchtete aus Somalia. Englisch war die vorherrschende Sprache, die die Kulturen verband. Organisiert wurde das Camp von fünf Organisationen: dem Verein Kulturkosmos Müritz, CEMEA Pays de la Loire aus Frankreich, Arciragazzi aus Italien, Fundacja „Rodowo“ aus Polen und Esplais Catalans aus Katalonien, die in diesem Jahr nicht vertreten waren.
Anna, eine 26-jährige Italienerin, war früher Teilnehmerin und ist heute als Teamerin dabei. „Nichts ist so wie hier, die Atmosphäre ist einzigartig“, sagte sie. Neben den 60 Jugendlichen waren etwa 20 bis 30 Teamer und Helfer vor Ort.
Kunstwerke mit Botschaften
Vor der Theateraufführung gab es eine Open-Air-Kunstausstellung. Themen wie Respekt, Liebe und Freundschaft standen im Mittelpunkt. Ein rotes Herz als Bilderrahmen sollte zeigen: „Love is not perfect. Love is made of thousands of imperfections. And that is, what makes love so beautiful.“ Weitere Exponate waren ein Vogel, ein Marienkäfer, eine riesige grüne Hand und eine Playstation-Fernbedienung aus Pappe.
Erinnerungskultur und politische Bildung
Das übergreifende Thema war die Erinnerungskultur, sowohl persönlich als auch kollektiv in den jeweiligen Ländern. Dabei wurden historische Ereignisse wie das Massaker von Bologna 1980 und der Anschlag auf das Sonnenblumenhaus in Rostock Lichtenhagen 1992 thematisiert. Es entstanden Video-Produktionen, Songs, Theaterstücke und Kunstwerke. Christoph Schultz vom Verein Soziale Bildung in Rostock erklärte: „Wir versuchen, politische Bildung mit den Ausdrucksformen zu verbinden, die Kids cool finden.“
Zum Abschluss gab es Applaus, ein amüsantes Video über die Camp-Tage und eine tanzende Menge. Die 60 Jugendlichen freuen sich auf eine Fortsetzung. „Auf Wiedersehen im nächsten Jahr“ – mit diesen Worten schloss die Präsentation.