Drei Tage lang stand Krakow am See ganz im Zeichen von maritimer Tradition, bunter Unterhaltung und gelebtem Vereinsleben: Vom 14. bis 16. August feierte die Stadt ihr 44. Fischerfest. Entlang der Seepromenade, auf dem Gelände des Anglervereins und am Liegeplatz der „Seestern“ wurde Besuchern aus nah und fern ein abwechslungsreiches Programm geboten.
Kiellegung der „Frauenlob“ auf der Hauptbühne
Ein besonderer Höhepunkt spielte sich am Samstagabend um 19 Uhr auf der Hauptbühne ab: Die symbolische Kiellegung des Modells der P54 „Frauenlob“, einem ehemaligen Fahrgastschiff, das einst den Krakower See prägte. Krakows Bürgermeister Dirk Rojahn fügte auf der Bühne eigenhändig den Kiel in den Rumpf des Modellschiffs ein. Hinter dem ehrgeizigen Projekt steht die Interessengemeinschaft Modellbau aus Rostock. „Etwa 30 Stunden stecken alleine schon in dem Rumpf. Für das fertige Modell muss man mit 750 bis 1.000 Arbeitsstunden rechnen“, erklärte Frank Westphal von der Interessengemeinschaft.
Bootskorso mit Riesenkrake und Südsee-Flair
Direkt im Anschluss richteten sich die Blicke auf das Wasser. Beim traditionellen Bootskorso zogen rund 14 liebevoll gestaltete Boote an der Seepromenade vorbei. Die Jury bildeten in diesem Jahr die Besucher selbst, die bequem per QR-Code vom Ufer aus abstimmten. Besonders begeistern konnte die imposante Konstruktion „Octopussy“, gefolgt von zwei kreativ dekorierten Booten im Stil des Disney-Films „Vaiana“ sowie Bürgermeister Dirk Rojahns eigenem Boot, das ganz im Zeichen von „Feuer und Flamme“ mit einem rauchenden Vulkan aufwartete. Auch das rudernde Boot des Rudersportvereins und eine schwimmende Cocktail-Bar ernteten lautstarken Beifall.
Mittelaltermarkt und kulinarische Genüsse
Vom bunten Lichterglanz auf dem Wasser ließen sich auch die Händler an Land inspirieren. Am Stand von Brigitte Unger ging es im stimmungsvollen Schein gemütlich zu: Sie bot traditionellen „Moonshine“-Schnaps in originalen Einmachgläsern an. Deutlich rauer, aber nicht weniger herzlich ging es beim Mittelaltermarkt am Liegeplatz der „Seestern“ zu. Im Lager des Kelten- und Germanenstamms „Sugambrer“ reichte Vereinsvorsitzender Wolfgang Böhm – den Gästen besser bekannt als „Fürst Ragnar“ – deftiges Spanferkel vom Spieß, das bereits am frühen Abend restlos ausverkauft war. Wer wollte, konnte im Lager unter anderem bei seinem Gefährten Roberto alias „Avarius“ das Bogenschießen erproben, keltische Rüstungen anprobieren oder erfahren, wie früher Korn gemahlen wurde.
Der Samstagabend markierte damit den stimmungsvollen Höhepunkt eines rundum gelungenen Festwochenendes. Ob beim frühmorgendlichen Hegefischen der Angler, dem Tretboot-Spektakel, der Neptuntaufe in der Historischen Badeanstalt oder den maritimen Ausfahrten mit der „Seestern“: Das 44. Fischerfest bot an allen drei Tagen maritime Vielfalt für die ganze Familie – gekrönt vom farbenfrohen Höhenfeuerwerk über dem Krakower See.