Im „Fuchsbau“ in Kargow ist viel los – aber nicht wie erhofft mit hungrigen Radtouristen, sondern mit Brandbekämpfern. „Wir wurden ein bisschen zur Zentrale, wenn es um Infos und Essen und Spenden für die Einsatzkräfte ging“, erzählt Betreiber Marko Dohrmann.
Schock am Montag vor einer Woche
Am Montag vor einer Woche gegen 15 Uhr begann alles mit einem Schock: Ein Stück des nahen Waldes stand in Flammen, und ein Feuerwehrmann sagte dem Paar, sie sollten dicht machen, es käme ohnehin niemand mehr durch. Der Weg zwischen Schwarzenhof und Speck war für Radfahrer gesperrt.
Das junge Paar hatte im vergangenen Jahr den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt. Nach einer guten Saisonentwicklung sollte nun auf unbestimmte Zeit kein Cent mehr fließen. Dabei muss Pacht gezahlt werden, und frische Ware lag in den Kühlschränken. Dohrmann verschenkte schnell verderbliche Ware wie Fisch an die Einsatzkräfte.
Spenden und Infos aus erster Hand
Immer mehr Menschen brachten Obst, Kuchen und Salzgebäck in den „Fuchsbau“, das das Paar weitergab. Auch Feuerwehr und Technisches Hilfswerk hatten im Ort Station gemacht. „Am wichtigsten sei für die Menschen aber gewesen, dass sie hier aus erster Hand gute Infos auch von den Einsatzkräften bekommen haben“, so Dohrmann.
Unverständnis für Feuerwerk in Röbel
Unverständnis äußerte Dohrmann über das Feuerwerk beim Röbeler Seefest am Samstag. Ein Teil der Feuerwehrleute aus dem Amt Röbel war im Löscheinsatz im Nationalpark, die Stadtverwaltung holte Hilfe aus Wittstock. „Ganz ehrlich, wenn hier Leute Tag und Nacht im Einsatz sind, gönnte man sich kurzerhand in Röbel ein Feuerwerk. Und das nach diesen trockenen Tagen. Das finde ich nicht Ordnung und egoistisch.“
Normalbetrieb noch nicht absehbar
Nachdem sich die Lage im Brandgebiet am Montag etwas entspannte, ist an normalen Betrieb im „Fuchsbau“ noch nicht zu denken. „Hier muss erstmal ganz viel aufgeräumt werden, Schläuche und alles Mögliche. Das dauert bestimmt noch bis zum Ende der Woche.“