Am Schwandter See in der Mecklenburgischen Seenplatte ist das Baden trotz sommerlicher Temperaturen und mehrerer unauffälliger Wasserproben weiterhin verboten. Eine Leserin des Nordkurier hatte sich über die fehlende Aktualisierung der Badewasserkarte des Landes gewundert und nachgefragt.
Drei Proben im Jahr 2026 zeigen gute Werte
Die offizielle Badewasserkarte des Landes führt für den Schwandter See in diesem Jahr drei Untersuchungstermine auf: 29. April, 27. Mai und 24. Juni. Die gemessenen Werte sind niedrig: Es wurden 10 Einheiten E. coli und weniger als 10 Einheiten intestinale Enterokokken je 100 Milliliter Wasser festgestellt. Die Höchstwerte auf der Karte liegen bei 1800 beziehungsweise 700 Einheiten. Eine Probe im Juli wurde laut Landkreis Mecklenburgische Seenplatte ebenfalls genommen, das Ergebnis sei jedoch nicht veröffentlicht worden. Die Verantwortung dafür liege bei der beauftragenden Kommune oder dem Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lagus). Der Landkreis teilte mit, der letzte Befund sei „deutlich abweichend“ gewesen und bestätige die grundsätzliche Einschätzung, nannte aber keine konkreten Messwerte.
Badeverbot basiert auf langjähriger Einstufung
Das Badeverbot beruht nicht allein auf den jüngsten Wasserproben. Der Schwandter See ist aufgrund der Untersuchungsergebnisse der vergangenen vier Jahre als Badegewässer mit „mangelhafter“ Qualität eingestuft. Zwischen 2022 und 2025 wurden wiederholt erhöhte Belastungen mit E. coli und intestinalen Enterokokken festgestellt, die auf fäkale Verunreinigungen hinweisen können. Nach Angaben des Gesundheitsamtes ändern einzelne gute Befunde die Einstufung nicht sofort. Das Badeverbot wurde vom Gesundheitsamt angeordnet und kann laut Landkreis erst aufgehoben werden, wenn eine günstigere Einstufung vorliegt. Dafür seien in der Regel unauffällige Befunde in vier aufeinanderfolgenden Jahren erforderlich.
Ursachen und nächste Schritte
Der flache Schwandter See ist stark nährstoffreich und erwärmt sich im Sommer schnell. Fünf kleinere Gewässer führen in den See. Die nördlichen Zuflüsse aus Richtung Schwandt und Buchholz seien bei Starkregen erheblich belastet, erklärt der Landkreis. Als Ursachen nennt er diffuse Einträge aus der Landwirtschaft sowie Kleinkläranlagen in den Ortslagen. Regelmäßige Untersuchungen der Zuflüsse gebe es nicht. Zuständig für mögliche Maßnahmen ist die Gemeinde Rosenow. Mit ihr seien im vergangenen Jahr erste Ideen besprochen worden. Konkrete Planungen sind der unteren Wasserbehörde derzeit nicht bekannt, die Gemeinde habe allerdings Ende Juli um weitere Gespräche gebeten.