Beim Oldtimer-Treffen mit Schaupflügen in Dargun sorgte ein ungewöhnlicher Moment für Aufsehen: Silvana und Daniel Kuhlmann aus Neukalen kamen in Hochzeitskleid und Anzug mit einer Kutsche auf den Stoppelacker. Die Kutsche war an einen Mc Cormick D 214 angespannt. In einer Kolonne mit herausgeputzten Oldtimer-Traktoren war das Paar am Sonnabend von Neukalen aus auf das Feld am Stadtrand von Dargun gefahren.
Hochzeitskutsche reiht sich in Ausfahrt ein
„Wir haben gestern geheiratet und sind jetzt mit einer Hochzeitskutsche hier“, erklärte der frischgebackene Ehemann den neugierigen Blicken. Cormick und Hochzeitskutsche reihten sich in die Ausfahrt der kleinen und großen Traktoren durch die Stadt Dargun ein.
Zum 18. Mal hatte die Interessengemeinschaft „Historische Landtechnik Dargun“ zu dem Treffen eingeladen. Dass in all den Jahren schon einmal ein Hochzeitspaar auf dem staubigen Acker mit unterwegs war, war etwas völlig Neues.
Frau am Steuer und tschechische Trecker-Marke
Mit im Hochzeitskonvoi war Katrin Rachow mit ihrem Traktor Porsche Allgaier, Baujahr 1955. Dass eine Frau am Steuer eines solchen Gefährtes sitzt, sei für sie nichts Ungewöhnliches, meinte die Neukalenerin. „Es ist wunderschön und macht Spaß.“ Fast täglich sei sie mit dem Porsche-Trecker unterwegs, zum Spaß auf Wald- oder Wiesenwegen. Wenn mal etwas klemmt, wie am Sonnabend ein Radlager, müssen die Männer ran.
Burkhard Schwarz aus Warrenzin kämpfte derweil mit einem losen Keilriemen an seinem Zetor 50. Mit dem Traktor fahre er zu Hause regelmäßig spazieren, nebenbei sei er Landwirt, setze aber vor allem seinen Deutz-Traktor ein. Dietrich Jänicke stellte dem Publikum die tschechische Trecker-Marke vor: Der Zetor sei eher für den Transport gedacht und nicht so sehr für Ackerfahrten.
75 Anmeldungen trotz hoher Spritpreise
Jänicke ist Vorsitzender der Darguner Interessengemeinschaft und organisiert das Treffen seit 20 Jahren. „Wenn man bedenkt, dass wir trotz der Spritpreise wieder 75 Anmeldungen von Fahrzeugen haben, kann ich nur sagen: alle Achtung“, zeigte er sich mit der Teilnahme zufrieden. Dies sei das einzige Treffen historischer Landtechnik weit und breit, bei dem die Veteranen der Feldarbeit nicht nur zur Schau gestellt werden, sondern auf dem Acker auch richtig zum Einsatz kommen.
Am Nachmittag konnte jeder Teilnehmer mit seinen Pflügen und Grubbern ein Stück Acker bearbeiten. Mit einer gemeinsamen Abschlussfurche fand das historische Schaupflügen seinen Höhepunkt. Die Fläche hatte der Pflanzenbaubetrieb Wagun zur Verfügung gestellt.