Das Müritz-Klinikum in Waren plant, noch in diesem Jahr eine Abteilung für Geriatrische Rehabilitation mit zunächst 30 Plätzen zu eröffnen. Später soll die Kapazität auf bis zu 90 Plätze ausgebaut werden. Das kündigte André Schabacker, Geschäftsführer der Campus-Formate beim Mediclin-Konzern, an.
Wohnortnahe Angebote für ältere Menschen
Der Bedarf ist offenkundig: Gerade in Mecklenburg-Vorpommern „schlägt die Demografie voll zu“, so Schabacker. Der wachsende Anteil älterer Menschen mit entsprechenden Krankheitsbildern erfordere spezielle Unterstützung. Umso wichtiger seien wohnortnahe Angebote, um das vertraute Umfeld einbeziehen zu können.
Das Konzept basiert auf guten Erfahrungen mit sogenannten Campus-Modellen an anderen Standorten, bei denen Patienten nach Schlaganfällen ihre Selbstständigkeit zurückerlangen. Diese Idee wurde nun auf den geriatrischen Schwerpunkt, die Altersmedizin, übertragen.
Einzugsgebiet bis Plau und Parchim
Ziel ist es, dass Patienten möglichst lange im vertrauten Zuhause zurechtkommen. Eine Reha soll bei Senioren vor der Pflegebedürftigkeit oder gar der Notwendigkeit, in ein Pflegeheim umziehen zu müssen, bewahren. Für das neue Angebot wird ein Einzugsbereich in der Müritzregion bis hin nach Plau am See und Parchim veranschlagt.
Als besonderen Vorzug beschreibt Schabacker das integrierte Konzept in Verbindung mit dem Akut-Krankenhaus: Dessen Funktionsdiagnostik, Labor, Apotheke und Speiseversorgung können vom Reha-Campus mitgenutzt werden, ebenso das medizinische Konsil.
Ausbau in zwei Phasen bis 2027
Die Geriatrische Rehabilitation kann im vorhandenen Gebäudebestand des Klinikums umgesetzt werden. Die Auslastung des Hauses mit rund 200 Betten ist seit Corona-Zeiten zurückgegangen, daher bieten sich Bereiche für Umgestaltungen an, ohne neu bauen zu müssen.
Für die personelle Ausstattung ist Schabacker zuversichtlich, auch wegen guter Nachfrage bei bisherigen Bewerbertagen. Das Konzept sektorübergreifender Versorgung sei bei Fachkräften gefragt. Die Reha punkte mit mehr Zeit für die Patienten, die über einen längeren Zeitraum begleitet werden.
Was noch in diesem Jahr mit 30 Plätzen und etwa 20 Beschäftigten beginnt, soll 2027 in zwei weiteren Phasen zunächst auf die doppelte, letztlich die dreifache Kapazität wachsen. „Ganz bodenständig geplant“, sagt der Geschäftsführer. Weitere Bewerbertage finden am 20. und 21. August statt.