Lange Tafel in Waren: 1200 Portionen gegen Spenden – Energiepreise belasten
Lange Tafel: 1200 Portionen, hohe Energiekosten

Bei bestem Sommerwetter haben Tafelnutzer, Bürger und Besucher am Mittwoch gemeinsam auf dem Neuen Markt in Waren an der „Langen Tafel“ Platz genommen. Gegen eine Spende gab es Gulasch, Bratwurst und Kuchen. Die Aktion der Warener Tafel fand zum 21. Mal statt.

Spenden sinken, Kosten steigen

Die Tafel will mit der Aktion auf ihre Arbeit aufmerksam machen. „Wir wollen die Arbeit der Tafel und ihre Nutzer ein wenig aus der Anonymität holen, uns hier öffentlich bekannt machen“, sagt André Rath, Einrichtungsleiter der Tafel Waren. Doch das Spendenaufkommen geht zurück, während die Kosten steigen. Besonders die hohen Energiepreise und der gestiegene Benzinpreis machen der Tafel zu schaffen.

Vier Fahrzeuge, davon drei Kühlautos, sind für die Tafel mit Außenstandorten in Röbel, Malchow und Möllenhagen im Einsatz. Die Kühlzellen und Kühlschränke im Lager in Waren benötigen viel Strom. Im nächsten Jahr müsste zudem ein neues Kühlfahrzeug angeschafft werden – für rund 70.000 Euro.

Diakonie als starker Partner

Die Lücke zwischen Spenden und Betriebskosten sei größer geworden. „Schließen können wir die nur, weil wir mit der Diakonie einen starken Partner hinter uns wissen“, so Rath. Trägerin der Warener Tafel ist die Diakonie Mecklenburgische Seenplatte.

Zwischen 20 und 25 Ehrenamtler engagieren sich unentgeltlich bei der Tafel. Berechtigte Nutzer können einmal wöchentlich Lebensmittel abholen. Rund 600 Portionen gibt die Tafel pro Woche aus. „Wer eingeschränkt ist und nicht zu uns kommen kann, für den bieten wir auch einen Lieferservice an“, sagt Rath. Die Lebensmittelspenden aus dem Handel seien aktuell ausreichend, dürften aber nicht weniger werden.

Partner unterstützen die Aktion

Am Mittwoch wurden rund 250 Portionen Wildgulasch, 500 Bratwürste und 500 Portionen Nudeln mit Gulasch ausgegeben. Unterstützt wurde die Tafel vom Blaukreuz-Zentrum Schloss Zahren und dem Jagdverband Müritz mit „Blums Delikat“. Kaffee und Kuchen kamen von den Mecklenburger Backstuben.

Bürgermeister Norbert Möller (SPD) schaute ebenfalls vorbei und erinnerte an den Initiator der Warener Tafel, Günther Neumann, der kürzlich verstorben war und sich auch nach seinem Rücktritt weiter engagiert hatte.