An der Stadtdurchfahrt von Malchin, an der Kreuzung Fabrik-/Parkstraße, steht eine Industrieruine, die von Jahr zu Jahr mehr verfällt. Es handelt sich um die einstige Möbelfabrik, ein Stück Stadtgeschichte. Das Dach des unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes ist an mehreren Stellen bereits eingefallen.
Kaufinteressent abgesprungen
Erst vor Kurzem hatte sich ein Interessent bei der Stadtverwaltung gemeldet. Ein Kaufvertrag stand kurz vor der Unterschrift, und im Rathaus war von Hoffnung die Rede. Doch auf die Frage, was aus der Ruine werden könnte, gab es nie eine Antwort. Inzwischen ist von dem Kaufinteressenten nichts mehr zu hören.
Gutachterin ermittelt Verkehrswert
Bürgermeister Axel Müller (CDU) berichtet nun von einer neuen Entwicklung: Im Auftrag des Amtsgerichts Neubrandenburg hat eine Expertin das Grundstück begutachtet und ermittelt den Wert. Sobald das Verkehrswertgutachten vorliegt, will das Amtsgericht die Zwangsversteigerung einleiten. „Wir hoffen natürlich, dass sich ein ernsthafter Interessent findet und das Gebäude zu neuem Leben erweckt“, erklärte Müller.
Zustand des Daches lässt Zweifel an Rettung
Angesichts des Zustands des Daches ist fraglich, ob das Gebäude überhaupt noch gerettet werden kann. Der Gebäudekomplex wurde zwischen 1912 und 1914 errichtet. Hier wurden hauptsächlich Fenster und Türen, vermutlich auch Kleinmöbel hergestellt. Ein noch erhaltener Schornstein deutet auf den Einsatz von Dampfkraft hin.
Von der DDR zur Denkmalliste
In der DDR wurde das Unternehmen zum Volkseigenen Betrieb (VEB) Möbelwerk Malchin. Auch die Produktionsgenossenschaft Handwerk (PGH) zog ein und betrieb eine Tischlerei. 1989 wurde die Möbelfabrik in die Liste der Malchiner Baudenkmäler aufgenommen. Trotz des Denkmalschutzes setzte nach der Wende der Verfall ein. Die PGH wurde aufgelöst, das Möbelwerk stellte den Betrieb ein.