Unter der Brücke in Groß Teetzleben plätschert noch ein wenig Wasser, doch bachaufwärts liegt das Bett trocken. Der Mühlenbach führt derzeit im Prinzip kein Wasser mehr. Die anhaltende Trockenheit macht sich bereits an weiteren Gewässern in der Mecklenburgischen Seenplatte bemerkbar.
Bach fiel schon in den Vorjahren trocken
Andreas Günther, Betriebsstellenleiter der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU) in Altentreptow, kennt die Probleme um den Bach. Er inspiziert dort regelmäßig Wasserrohre. „Er führte schon die ganzen letzten Jahre wenig Wasser“, sagt er. An einigen Stellen dringe noch Grundwasser ein, das täusche aber darüber hinweg, dass der Bach ausgetrocknet sei. Aus Erfahrung sagt Günther: „Wenn es wieder regnet, dann geht das wieder.“ Doch so oft wie in den vergangenen Jahren sei der Bach noch nie ausgetrocknet. Er rechnet vor: Da es konstant zu wenig regnet, fehlt nach fünf bis sechs Jahren der Niederschlag eines ganzen Jahres. „Das ist der Klimawandel und das Artensterben kommt direkt hinterher“, befürchtet Günther.
Biotop seit Jahren bedroht
Eine Infotafel, die vor einigen Jahren mit EU-Geldern aufgestellt wurde, weist auf die Bedeutung des Feuchtgebiets hin: „Feuchtgebiete gehören zu den artenreichsten Lebensräumen in unserer mitteleuropäischen Kulturlandschaft.“ Vögel wie die Singdrossel, der Eisvogel oder die Heckenbraunelle werden hervorgehoben, doch aktuell ist es still geworden. Der Landesangelverband warnte bereits vor Jahren, dass hier ein Biotop auf dem Spiel steht. Am Mühlenbach wird über einen künstlichen Ablauf der angrenzende Mühlenteich gespeist. Auch dieser Wasserweg ist aktuell staubtrocken, der Wasserstand im Teich sinkt.
Trockenheit vergleichbar mit Extremjahren
Der Mühlenbach ist kein Einzelfall. Ein Sprecher des Umweltministeriums in Schwerin gibt Auskunft: „Die aktuelle Trockenheit macht sich in den Fließgewässern dadurch bemerkbar, dass sich die Wasserstände und -abflüsse insgesamt im mittleren Niedrigwasser bewegen.“ Neue Extreme seien noch nicht beobachtet worden, jedoch sei die Trockenheit bereits vergleichbar mit den Jahren 1989, 2003 und der Trockenperiode von 2018 bis 2020. Dabei täusche der Eindruck häufig: „Durch die Stauregulierung sind die bewirtschafteten Seen im normalen Bereich für den Hochsommer.“
Der Dorfteich in Breesen, nur wenige Kilometer westlich, hat ebenfalls deutlich an Wasser verloren. Der Teich wurde vom örtlichen Angelverein aufgestaut, über einen Überlauf an der angrenzenden Straße wird das Wasser reguliert. Aktuell ist das nicht nötig, der Wasserspiegel liegt rund einen Meter unter dem Rohr. Zwei Angler berichten, dass allein über die vergangenen zwei Wochen der Pegelstand deutlich zurückgegangen sei.
Weitere betroffene Bäche in der Seenplatte
Das Ministerium nennt weitere Fließgewässer in der Seenplatte, die aktuell im unteren bis mittleren Niedrigwasserbereich liegen: Usadel, Nonnenbach; Deven, Devener Bach; Gehmkow, Augraben; Groß Miltzow, Miltzower Bach; Warbende, Warbender Mühlbach; Burg Stargard, Lindebach.