Nach Großbrand: 4000 Feuerwehrschläuche werden in Neuendorf gereinigt
Nach Großbrand: 4000 Schläuche werden gereinigt

Nach dem Großbrand im Müritz-Nationalpark, der als nahezu vollständig gelöscht gilt, steht das Aufräumen im Fokus. Rund 4000 Schläuche mit einer Gesamtlänge von 80 Kilometern werden derzeit in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Neuendorf gereinigt und getrocknet. Die Aufarbeitung könnte bis zu 50 Tage dauern, schätzt Landkreis-Sprecher Marten Schröder.

Warum so viel Material nötig war

Derart viel Schlauchmaterial wurde benötigt, weil oft mehrere Leitungen nebeneinandergelegt werden mussten, um die Wassermengen transportieren zu können. Durch die Filterung des Seewassers befinden sich in den Schläuchen fast keine Verschmutzungen, auf den Außenseiten dafür umso mehr.

Die Reinigung umfasst zugleich eine Prüfung, die nur in der Feuerwehrtechnischen Zentrale durchgeführt werden kann, nicht bei den einzelnen Ortsfeuerwehren. In einer großen Maschine werden die Schläuche eingespannt und einem starken Wasserdruck ausgesetzt. Wer das Wasser nicht halten kann, wird aussortiert.

Drucktest und Wasserverbrauch

Ein 20 Meter langer B-Schlauch wiegt leer bereits zehn Kilogramm, mit Wasser gefüllt ungefähr 100 Kilogramm. In Neuendorf wird er mit 16 Bar beaufschlagt, während im Einsatz der Durchschnittsdruck nur bei acht bis zehn Bar liegt.

Mehrere Millionen Liter Wasser wurden im Nationalpark verbraucht, so Schröder. Eine genaue Menge könne nicht angegeben werden, da an den Seen keine Wasserzähler liefen. Allein aus den Hubschraubern der Bundeswehr wurden geschätzt rund 1,5 Millionen Liter abgeworfen.

Einsatz und Kosten

Insgesamt waren 1845 Einsatzkräfte von Feuerwehren, Deutschem Roten Kreuz, Technischem Hilfswerk, Polizei, Johannitern und Nationalparkverwaltung vor Ort, zeitweise mehr als 400 gleichzeitig. Die Kosten des zehntägigen Großeinsatzes, der wegen immer wieder aufflackernder Kleinfeuer auch 23 Tage später noch nicht ganz beendet ist, liegen bei mehr als 1 Million Euro. Eine genaue Zahl kann der Landkreis noch nicht nennen.

Zentrale Neuendorf im Dauereinsatz

Neun Mitarbeiter sind in der Zentrale Neuendorf im Schichtbetrieb an jedem Tag des Jahres beschäftigt. Sie sorgen für Ausrüstung und Sicherheit aller 183 Freiwilligen Feuerwehren in der Mecklenburgischen Seenplatte und prüfen Masken, Fahrzeuge, Schläuche, Funkgeräte und sämtliches Zubehör.

Ein Trumpf der Einrichtung sind zwei große Wechsellader-Lastkraftwagen, die mit verschiedenen Containern beladen werden können. Im Normalfall sind sie mit Tauschmaterial für die Wehren bestückt. Bei Großeinsätzen können sich die Wehren aus dem „mobilen Technikschrank“ des Landkreises bedienen.

Das Feuer war am 13. Juli auf einer Munitionsfläche im Müritz-Nationalpark ausgebrochen und hatte 400 Hektar Wald in Mitleidenschaft gezogen. Menschen wurden nicht verletzt. Die Brandursache ist noch nicht geklärt, Brandstiftung und Selbstentzündung werden nicht ausgeschlossen.