Die Gemeinde Grabowhöfe hat im fast zehnjährigen Streit mit der Deutschen Bahn über den Neubau einer Brücke im Ortsteil Louisenfeld nun die letzte Finanzspritze erhalten. Rund 825.000 Euro hat die Landesregierung bewilligt, wie Bürgermeister Enrico Malow mitteilte. Damit sei die Angelegenheit zumindest finanziell abgeschlossen.
Eigenanteil von 100.000 Euro nötig
Allerdings muss die Gemeinde selbst noch rund 100.000 Euro beisteuern. „Geld, das wir zwar bereits vorsichtshalber beiseitegelegt haben, aber das ohne diesen langen Kampf sicher bessere Verwendung für die Bürger gehabt hätte“, sagte Malow dem Nordkurier. Er sei aber froh, dass alles ausgestanden sei. Bereits im vergangenen Jahr waren rund 2,75 Millionen Euro aus dem Schweriner Wirtschaftsministerium geflossen.
Kampf gegen den Staatskonzern
Die Bahn will die Brücke ersetzen, weil sie künftig Züge mit 160 km/h statt 120 km/h zwischen Berlin und Rostock fahren lassen möchte. Die alte Brücke entspreche nicht den technischen Anforderungen. Die Gemeinde hatte die Brücke vor einigen Jahren mit Steuergeld sanieren lassen und wollte den Abriss nicht hinnehmen. Das Bahnkreuzungsgesetz von 1963 erlaubt es jedoch, Kommunen an den Kosten zu beteiligen.
„Aber wie sollte man so viel Geld, 3,6 Millionen Euro, in so einer kleinen Gemeinde aufbringen? Wir waren ohnehin klamm. Es konnte nur den Weg des Gegenwinds geben“, so Malow. Die Gemeinde hatte sogar eine Klage angestrebt, diese aber zurückgezogen, nachdem sich Fördergeldzusagen verfestigt hatten.
Kein Bahnhalt für Grabowhöfe
Die Bahn will noch in diesem Jahr mit vorbereitenden Arbeiten beginnen, 2027 soll der eigentliche Bau starten. Malow bedauert, dass der Kampf nicht dazu führen wird, dass wieder ein Zug in Grabowhöfe hält. „Denn das ist schon lange nicht mehr der Fall.“