Neukalen führt Kurabgabe ein: Vierter Ort in Mecklenburgischer Schweiz
Neukalen sagt Ja zur Kurabgabe

Die Stadtvertretung von Neukalen hat am Dienstagabend der Einführung einer Kurabgabe in der Tourismusregion „Mecklenburgische Schweiz“ zugestimmt. Der Beschluss fiel nicht einstimmig: CDU-Fraktions-Chef Christoph Henneberg sowie Andreas Braatz lehnten die Abgabe ab. Mit der Entscheidung folgt Neukalen den Orten Basedow, Malchin und Stavenhagen. Als Nächstes sollen Teterow und Ivenack darüber abstimmen.

Bedenken bei Tagesgästen

Henneberg begründete seine Ablehnung mit offenen Fragen bei Tagesgästen. Bei Urlaubern sehe er keine Probleme, sagte er. „Bei Tagesgästen beispielsweise aus Dargun sehe ich das aber als sehr schwierig an, wenn sie bei uns Kurabgabe zahlen sollen.“ Er hoffe, dass sich weitere Orte der Tourismusregion anschließen, damit Besucher aus der Umgebung künftig nicht mehr als ortsfremd gelten und damit abgabepflichtig sind.

Unklarheiten bei Fußballspielen

Unklarheiten sieht Henneberg weiterhin auch beim Besuch von Fußballspielen. Nach seinen Angaben habe die Verwaltung in Malchin zugesichert, dass Zuschauer nicht unter die Abgabepflicht fallen. Eine von ihm beauftragte Anwaltskanzlei war bei der Prüfung der Satzung jedoch zu einem anderen Ergebnis gekommen. „Das ist Auslegungssache und könnte sich auch wieder ändern“, so Henneberg. Die Satzung sei aus seiner Sicht zu oberflächlich und lasse zu viel Spielraum.

Ausstieg jederzeit möglich

Bürgermeister Rico Zoschke verwies darauf, dass Neukalen jeweils zur Jahresmitte aus der Kurabgabe auch wieder aussteigen könne. „Wenn es in die falsche Richtung geht, werden wir darüber reden“, sagte er. Auch Malchins Stadträtin Manuela Rißer sprach von möglichem Nachsteuern. Man wolle zunächst im kleineren Kreis beginnen. Für sie zählen etwa auch Kummerow und Dargun zur Tourismusregion, das müsse aber weiter wachsen.