Röbelerin Renate Kloß für Orgel-Ehrenamt mit Ansgarkreuz geehrt
Röbelerin mit Ansgarkreuz für Orgel-Ehrenamt geehrt

Renate Kloß aus Röbel ist mit dem Ansgarkreuz des Evangelisch-lutherischen Kirchenkreises Mecklenburg geehrt worden. Die Auszeichnung würdigt ihre seit Jahren andauernde ehrenamtliche Arbeit in der Mariengemeinde Röbel, wo sie regelmäßig die Lütkemüller-Orgel spielt.

Überraschung beim Gottesdienst

Die Ehrung erfolgte während eines Gottesdienstes, bei dem die 81-Jährige plötzlich von der Orgel beordert wurde, „weil sie dringend woanders gebraucht wurde“. Im Gemeinderaum hatte sich zuvor eine große Gemeinschaft versammelt, um Menschen zu ehren, die sich in ihrer Freizeit für lebendige Kirche engagieren.

„Das war schön am Sonntag!“, würdigt Renate Kloß das Zusammensein. „Das sind so viele, die hier mitmachen. Jeder Einzelne ist wichtig. Es wird alles organisiert, jeder bringt etwas mit, es wird musiziert, gesungen. Das geht nur in Gemeinschaft“, sagt sie und möchte damit etwas aus dem Fokus rücken, in den sie geraten war.

Ein Leben für die Kirche

Renate Kloß ist gläubig aufgewachsen und engagiert sich bereits als Jugendliche in der Gemeinde. Mit 18 Jahren wird sie Mitglied des Kirchgemeinderates. Das Klavierspiel habe ihr den Zugang zur Orgel erleichtert: „Das hat sich einfach ergeben, dass ich einmal gefragt wurde, ob ich das nicht machen möchte. Personelle Ausfälle und Ähnliches. Und ich hab’ Ja gesagt. Das ist doch selbstverständlich.“

Neben der Orgel leitete sie zehn Jahre den Gemischten Chor von Röbel, gab diese Aufgabe jedoch vor der Sommerpause auf – schweren Herzens, weil eine Nachfolge schwer zu finden ist. „Und die Leute sollen und wollen doch singen!“ Auch ihr Ehemann Manfred Kloß engagiert sich in der Gemeinde, etwa bei der Aktion „Offene Kirche“ St. Nikolai.

Anerkennung und Ausblick

Das Ansgarkreuz erinnert an den Erzbischof Ansgar von Bremen aus dem 9. Jahrhundert und wird an Menschen vergeben, die sich über viele Jahre durch Einsatz und gelebten Glauben verdient gemacht haben. Renate Kloß vertritt die Kirchgemeinde zudem im Seniorenbeirat der Stadt. Sie wünscht sich für die Gemeinde „eine Stärkung durch neue Mitglieder“ und zeigt sich zuversichtlich, wenn sie Kinder durch das Gemeindehaus laufen sieht.

„Am schönsten aber waren die Gratulanten am Ende des Gottesdienstes, die mir sagten: Du hast es verdient!“ Nach dem Prozedere eilte sie dennoch zurück an den Ort, von dem man sie fortgeholt hatte: die Orgel.