Räuberrundweg zwischen Raguth, Püttelkow und Boddin wird wiederbelebt
Räuberrundweg wird wiederbelebt

Zwischen Raguth, Püttelkow und Boddin wird der sogenannte Räuberrundweg wieder geöffnet. Diesen Weg gibt es seit Menschengedenken, Generationen von Raguthern haben hier wichtige Meilensteine auf dem Weg ins Erwachsenenleben erlebt. Seit 20 Jahren mussten die Einwohner der Region auf den beliebten Wanderweg verzichten, denn die Brücke über die Schilde musste damals abgerissen werden.

Biosphäre baut, Gemeinde nutzt und pflegt

Jetzt wird die auch als „Jägersteig“ bezeichnete Brücke neu gebaut. Möglich ist das durch einen Förderbescheid über rund 360.000 Euro, den der Minister für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt, Till Backhaus (SPD) an Bettina Gebhard vom Biosphärenreservatsamt Schaalsee-Elbe übergeben konnte.

Das Geld stammt aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) und ist Teil des infrastrukturellen Ausbaus des Naturschutzprojektes „Lebensader Schilde“. „Der wiederbelebte Rundweg soll das Projekt erlebbar machen, denn hier wurden verschiedene Renaturierungsmaßnahmen wie ein natürliches Flussbett, Uferbepflanzung und Fischtreppen entwickelt“, führt Backhaus aus.

Die Brücke wird nach touristischen und naturschutzrechtlichen Gesichtspunkten vom Biosphärenreservatsamt gebaut und dann an die Gemeinde Wittendörp, zu der Raguth gehört, übergeben. „Ich freue mich sehr darauf, denn ich habe im Prinzip meine Kindheit und Jugend hier verbracht“, erzählt ein Anwohner, der wie nahezu alle Einwohner des Dorfes zur Fördermittelübergabe in das Feuerwehrgerätehaus gekommen war.

„Schnitzerei ist immer noch da“

Eine andere Einwohnerin erinnert sich daran, wie sie mit ihrer ersten großen Liebe ihre Namen in den Baum direkt am Brückenkopf geschnitzt hat. „Der Baum steht noch und unsere und die vielen anderen eingeschnitzten Namen sind immer noch zu sehen“, berichtet sie. Tatsächlich ist die Revitalisierung des Räuberrundwegs ein Projekt, das aufgrund einer Befragung von Einheimischen und Touristen entstanden ist.

„Für die Gäste im Biosphärenreservat sind die Wanderwege mit einer Nutzungsquote von 71 Prozent das attraktivste Angebot in der Region“, erläutert Bettina Gebhard. Es sei ihr daher eine große Freude, dass auch der Räuberrundweg zwar nicht sofort, aber dennoch vermutlich im Sommer 2028 wieder in alter Strecke gehe.