Der Zierker See in Neustrelitz bleibt ein Sorgenkind in der Mecklenburgischen Seenplatte. Verunreinigte Schaumgebilde schieben sich des Öfteren im Stadthafen zusammen und werfen Fragen auf. Der Schaumteppich wächst vorerst ungebremst weiter – erst die für 2027 vorgesehene Sanierung könnte etwas ändern.
Algenblüte verursacht Schaumteppich
Nach Einschätzung der Hafenmeister sowie Mitarbeitern der Stadtverwaltung ist der Schaumteppich im Hafen die Folge von Algenwachstum. Das Wasser „blühe“, und dies wegen der relativ hohen Nährstoffbelastung im Zierker See mehrmals im Jahr. Flacher See, hohe Temperaturen, viele Nährstoffe: Kommen all diese Faktoren wie in den vergangenen Wochen zusammen, komme es zu einem erhöhtem Algenwachstum.
„Die Algen sterben nach gewisser Zeit auch wieder ab, und in diesem Lebenszyklus kommt es zu der beobachteten Schaumbildung“, weiß Stadtsprecher Jan Ole Kiel. Für die Bootstouristen, die den Stadthafen Neustrelitz besuchen, ist das natürlich kein schöner Anblick.
Keine Einzelmaßnahmen im Hafen
Abhilfe würde hierbei nur eine vollständige Sanierung des Zierker Sees schaffen, heißt es seitens der Stadt. Einzelmaßnahmen im Hafen wären nicht zielführend, da sich der Schaum nachbilden würde. Bedenklich sei der Schaumteppich insofern, als das darin nicht gebadet werden sollte, warnt die Stadt. Der Zierker See werde grundsätzlich nicht als Badegewässer beworben, eben weil er eine zum Baden ungeeignete Wasserqualität aufweise, erklärt Jan Ole Kiel.
Gutachten liegen vor
Seit Ende März 2024 liegen entsprechende Gutachten über den Zustand und die Belastung des Zierker Sees beim Landesministerium Mecklenburg-Vorpommern vor. Die zwei in Auftrag gegebenen Gutachten sollten verlässliche Informationen liefern, wie die Nährstoffe in den See gelangen und welche Auswirkungen ihr Eintrag auf Prozesse im Wasser hat.
Doch trotz des Baus einer Kläranlage und einer weiteren Versickerungsanlage geht es dem See weiterhin schlecht. Zum Zeitpunkt, als Stadt und Land die Vereinbarung zur Sanierung des Sees unterzeichneten, wurde der jährliche Phosphoreintrag auf 600 Kilogramm geschätzt — 100 Kilo zu viel.
Land trägt Sanierungskosten
Der 2020 geschlossene Vertrag regelt, dass das Land die Führung in puncto See-Sanierung übernimmt, verbunden mit der Zusicherung, für die Kosten zu 100 Prozent aufzukommen. Bis 2027 muss das Land den EU-Wasserrahmenrichtlinien nachgekommen sein, ansonsten drohen Strafzahlungen. Im Juni vergangenen Jahres fand eine erste Fachberatung des Umweltministeriums statt.