Gesine Gumzow vom Verein Tierschutzhund sucht eine oder zwei Begleitpersonen für eine Fahrt nach Rumänien vom 13. bis zum 20. September. Die Helfer sollen den Vereins-Transporter über Teile der rund 20 Stunden dauernden Fahrt selbst steuern, vor Ort bei einer Kastrationsaktion helfen, handwerklich mit anpacken und beim Putzen und Aufräumen helfen. Die Vorsitzende des Vereins mit Sitz in Penzlin und Wurzeln in Pasewalk verspricht ein „Rundum-Paket“, das nichts für schwache Nerven ist.
Einblick in die Arbeit vor Ort
Neben dem Besuch in einem Partner-Tierheim ist auch eine Visite in einer der berüchtigten Tötungsstationen mit Abholung von geretteten Hunden vorgesehen. „Es besteht die Möglichkeit, gemeinsam die berühmte Bärenstraße durch die Karpaten zu fahren und mit etwas Glück Bären in freier Natur zu beobachten“, kündigt die 38-Jährige an. Wer sich angesprochen fühlt, solle „keine Scheu davor haben, auch mal richtig mit anzupacken“. Dafür bekämen die Mitreisenden „einen ganz persönlichen Einblick in unsere Arbeit, lernen Rumänien und den Tierschutz vor Ort kennen und erleben eine Woche, die sicher nicht alltäglich wird“.
Verein wächst und erhält eigenen Stützpunkt
Der im Jahr 2025 gegründete Verein habe sich in den vergangenen Monaten gut entwickelt. Aus zunächst sieben Mitgliedern seien 26 geworden, berichtet die gelernte Tierarzthelferin. Hinzu kämen Dauerspender, die das finanzielle Rückrat des Vereins stärken. Neben hunderten kastrierten Hunden und Katzen und der Unterstützung örtlicher Tierheime habe der Verein einen bedeutenden Meilenstein erreicht: einen eigenen Stützpunkt in Rumänien.
Von ihrem privaten Geld habe sie einen Hof mit zwei Häusern und einer Scheune gekauft und dem Verein zur Verfügung gestellt. Erste Straßenhunde seien dort bereits kastriert worden, sagt die Inhaberin eines Hundezentrums mit Physiotherapie, Friseur und Schulungsräumen in Penzlin. Der Hof diene als medizinische Station, wo frisch operierte, kranke oder sehr junge Hunde ein paar Tage gepflegt werden können.
Zwingeranlage mit Spenden gebaut
Mit Spenden, die nach einem Hilferuf im August eingingen, sei auf dem Grundstück schon eine Zwingeranlage gebaut worden. Vier Hunde würden derzeit darin wohnen, die dank der Geldgeber in letzter Sekunde aus einer Tötungsstation gerettet werden konnten. Gesellschaft hätten diese ein paar Tage später von Welpen bekommen, welche sie am Straßenrand fand oder anderweitig in Sicherheit brachte. Alle würden auf dem neuen Vereinsgrundstück bleiben, bis ein befreundetes Tierheim zwei Dörfer weiter wieder Platz hat, sie übernimmt und vermittelt.
Kooperation und Kontakt
Die Kooperation mit diesem privaten Tierheim sei ein weiterer Schritt. Man unterstütze einander. So betreue die rumänische Tierheim-Betreiberin die Hunde auf dem Grundstück der Deutschen, wenn diese nicht vor Ort sind. Denn mehr als eine Woche pro Monat kann und möchte die Unternehmerin aus Penzlin nicht in Rumänien verbringen. Auswandern komme nicht infrage. „Dazu ist Deutschland viel zu schön. Mir wird in Rumänien jedes Mal klar, wie gut wir es zu Hause haben“, sagt die zweifache Mutter.
Wer die Tierschützerin bei ihrer nächsten Rumänien-Woche begleiten oder den Verein anderweitig unterstützen möchte, kann Kontakt aufnehmen per E-Mail an [email protected]. Weitere Informationen gibt es auf der Internetseite des Vereins unter www.tierschutzhundev.de. In den Netzwerken Facebook und Instagram ist der Verein ebenfalls zu finden.