Vater am Strand: Warum starrt mich diese Frau mit meinen Kindern an?
Vater am Strand: Warum starrt mich diese Frau an?

Ein Vater berichtet von einem unangenehmen Erlebnis am Strand des Tollensesees. Mit seinen beiden Kindern war er dort, als ein Ehepaar am Ufer saß und die Frau durch ihre Sonnenbrille deutlich in seine Richtung schaute. Das stetige Starren ließ nicht nach und sorgte für wachsendes Unbehagen.

Die Situation am Strand

Besonders unangenehm wurde es, als eines der Kinder nicht aus dem Wasser kommen wollte. Der Vater forderte die Kleine mehrfach auf, doch sie blieb im Wasser. Als er sie schließlich holte, quengelte sie. Der Mann starrte aufs Wasser, während die Frau ihren Kopf drehte, um weiter zu beobachten. Der Vater war genervt – nicht von seiner Tochter, sondern von der Frau. Er überlegte, sie zu fragen, ob sie sich gut unterhalten fühle, ließ es aber, um keine weitere Baustelle für sein Nervenkostüm zu öffnen.

Vermutungen über die Blicke

Der Autor fragte sich, woran das permanente Beobachten lag. Er vermutete, dass es vielleicht daran liegt, dass ein Vater mit zwei kleinen Kindern unterwegs ist und sich um sie kümmert. Oder ob die Frau sich fragte, wo die Mutter sei. Das Ganze passierte ihm nicht zum ersten Mal. Bereits in einem Ostseeurlaub auf Rügen gab es strafende Blicke, als die Familie mit Kindern ein Restaurant betrat. Ihm fiel auf, dass es besonders die Generation seiner Mutter, die Boomer-Generation, ist, die gern schaut.

Leben in Mecklenburg-Vorpommern

Der Autor lebt in Mecklenburg-Vorpommern und kennt den Spruch: „Was der Bauer nicht kennt, das guckt er sich erst mal an.“ In kleineren Städten und ländlichen Regionen werde mehr beobachtet als in der Großstadt. Vielleicht stecke hinter den Blicken eine Mischung aus Neugier, Nostalgie, stillem Urteilen und ehrlicher Anerkennung dafür, dass Väter heute selbstverständlich allein mit ihren Kindern unterwegs sind. Die Generation seiner (Groß)Eltern habe Familie oft anders erlebt: Der Vater war der Ernährer, die Mutter organisierte den Alltag mit den Kindern.

Trotzdem bleibt für den Autor die Frage, warum aus einem flüchtigen Blick ein stetiges, minutenlanges Beobachten wird. Er appelliert: „Sprecht doch lieber (wieder) mehr miteinander!“