Stefan Wienke (40) ist neuer Ortsbeauftragter des THW-Ortsverbandes Neustrelitz. Der Neustrelitzer kam vor sieben Jahren aus beruflichen Gründen von Grimmen in die Seenplatte und fand nach einem Waldbrandeinsatz in Brandenburg seine Heimat im THW. Nun wurde er zum Ortsbeauftragten berufen.
Vom Waldbrand bewegt
Nachdem Stefan Wienke einen Waldbrandeinsatz in Brandenburg miterlebt hatte, rückte die Frage „Wie kann ich anderen helfen?“ in den Vordergrund. So fand der Neustrelitzer, der vor sieben Jahren aus beruflichen Gründen von Grimmen in die Seenplatte zog, seine Heimat schließlich im Ortsverband des Technischen Hilfswerkes (THW) in Neustrelitz. Nun wurde er zum Ortsbeauftragten berufen.
Wienke ist mittlerweile vier Jahre beim THW. Bevor er vom Landesbeauftragten zum Ortsbeauftragten berufen wurde, war er Ausbildungsbeauftragter beim THW. „Ich möchte den Ortsverband gut führen und möchte, dass dieser gut aufgestellt ist“, sagt er. Dass alle gut auf die Einsätze vorbereitet sind, sei ihm wichtig, so Stefan Wienke.
Einsätze dauern oft mehrere Tage
Im Gegensatz zur Feuerwehr, mit der das Technische Hilfswerk auch zusammenarbeitet, müssen die Helfer des THW nicht so oft zu Einsätzen herausfahren. Wenn sie jedoch zum Einsatz gerufen werden, kann dieser sich auch mal über Tage oder Wochen hinziehen.
Oftmals wird das THW von der Feuerwehr angefordert. Bei Hochwasserlagen würden die Helfer dann Sandsäcke befüllen und Material transportieren. Bei Bränden stellen die THW-Helfer zusätzliches Löschwasser zur Verfügung und Material, wie Schläuche und Pumpen. Bei Einsätzen im Winter muss auch mal ein Dach von Schneelast befreit werden. Auch in Impfzentren hätten die THW-Helfer schon Unterstützung geleistet, berichtet Stefan Wienke.
Waldbrand im Müritz Nationalpark
Beim jüngsten großen Waldbrand im Sommer dieses Jahres im Müritz Nationalpark seien Geräte und benötigtes Material von A nach B gebracht worden. Das THW übernahm die Tanklogistik. Viele Ortsverbände des THW, so zum Beispiel aus Hamburg, Brandenburg, Berlin und Stralsund hätten mit angepackt. Gemeinsam seien auf dem THW-Gelände in Neustrelitz Zelte aufgebaut worden, damit die Helfer sich zwischendurch auch mal ausruhen konnten und weg vom Geschehen kamen, um den Kopf wieder freizubekommen. Neun Tage waren die THW-Helfer im Einsatz.
Stefan Wienke, der hauptberuflich als Holztechniker arbeitet, ist froh, dass sein Arbeitgeber so kulant mit der Freistellung für diesen Waldbrand-Notfall umgegangen sei. Das sei nicht selbstverständlich, dankt er seinem Arbeitgeber, der die Bereitschaft zur Freistellung bei Einsätzen leiste. Auch im Namen seiner Mitstreiter beim THW danke er jeder Firma, die das ermögliche. Zwölf Einsätze hätten die THW-Helfer in diesem Jahr so schon erfolgreich abschließen können.
Ausbau und Suche nach Helfern
Auf dem Gelände des THW entsteht demnächst ein neuer Anbau mit einem neuen Raum für die Jugend. Zudem sollen die Umkleidekabinen vergrößert werden. Das THW Neustrelitz erhalte außerdem drei neue Fahrzeuge, darunter einen neuen Mannschaftslastwagen (MLW). Auch ein neuer Gerätekraftwagen soll als Austausch für den alten, der bereits in die Jahre gekommen ist, geliefert werden, so Wienke. 2027 erhält das THW zudem ein geländegängiges Fahrzeug, welches auch für anspruchsvolle Waldbrandeinsätze geeignet sei.
Damit die Fahrzeuge alle sicher untergebracht werden können, entsteht eine neue Fahrzeughalle. Das THW möchte zudem seine Helferstruktur ausbauen. Da bei Einsätzen auch der Kontakt zu verschmutztem Wasser möglich ist, werden die neuen Helfer vorab gesundheitlich durchgecheckt. Impfungen gegen Tetanus und Hepatitis A und B sind Voraussetzung, um beim THW mithelfen zu können.
Neben Teamgeist sei die regelmäßige Teilnahme am Dienst wichtig. Die Helfer haben beim THW Anspruch auf Aus- und Weiterbildung. Handwerkliches Geschick ist von Vorteil. Es werden sowohl Menschen gesucht, die gut organisieren können und bei den Einsätzen mit anpacken, aber auch Mitstreiter mit Verwaltungserfahrung sind beim THW gerne gesehen. Auch Kinder ab zehn Jahren können bereits bei der Hilfsorganisation mitmachen.