Waldbrand im Müritz-Nationalpark: Spezialeinheit aus Niedersachsen hilft beim Löschen
Waldbrand Müritz: Spezialeinheit Niedersachsen löscht Glutnester

Bei der Brandbekämpfung im Müritz-Nationalpark kam ab Samstagabend eine Spezialeinheit aus Niedersachsen zum Einsatz. Das teilte der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte mit.

Hilfe aus Niedersachsen

„Das Land Mecklenburg-Vorpommern hält eine solche Einheit leider nicht vor. Die Hilfe wurde aus Niedersachsen angeboten. Nach Absprache in der Einsatzleitung und auch mit dem Land haben wir darauf zurückgegriffen“, sagte Michael Löffler, Sozialdezernent und Mitglied des Waldbrandstabs beim Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Niedersachsen stellt seit 2021 vier spezielle Einheiten zur Vegetationsbrandbekämpfung am Boden. Die sogenannten GFFF-V-Einheiten (Ground Forest Firefighting using Vehicles) erfüllen die Anforderungen des europäischen Katastrophenschutzverfahrens und waren bereits mehrfach im Ausland im Einsatz, etwa in Spanien.

Effektiver Einsatz der Spezialisten

„Mit unserer Technik konnten wir in diesem dichten Waldgebiet nicht agieren, auch wenn dort keine Munition liegt. Um das Feuer hier einzudämmen, waren die Spezialisten besonders effektiv“, sagte Löffler. Binnen weniger Stunden waren die meisten Glutnester gelöscht und ein Wundstreifen ausgehoben. Bereits am Sonntagnachmittag konnten die Niedersachsen wieder abziehen.

Die Helfer rückten mit vier geländegängigen Waldbrandtanklöschfahrzeugen an, die jeweils 3000 Liter fassen. Die vierköpfige Mannschaft kann den Brand direkt vom Fahrzeug aus bekämpfen, arbeitet aber hauptsächlich zu Fuß mit D-Schläuchen und Handwerkszeug. Auf diese Weise spüren die Spezialisten Spotfeuer und Glutnester auf. Mit der Haue wird der Boden aufgenommen, um tiefgründig löschen zu können. Auch Wärmebildkameras kommen zum Einsatz, um unterirdische Feuer aufzuspüren.

Mehrere Hektar Waldfläche wurden auf diese Weise bearbeitet. „Hier ist die Gefahr jetzt gebannt. Ein mit Schlierwasser durchfeuchteter Schutzstreifen verhindert ein Übergreifen des Feuers“, hieß es aus der Einsatzleitung.

Lage entspannt sich

Am Sonntagnachmittag verkündete Landrat Thomas Müller (CDU): „Die Lage hat sich in den vergangenen Stunden deutlich entspannt.“ Zwar gebe es immer wieder einzelne Feuer, die aufgrund des Windes aufflammen, ansonsten sei es ruhig. „Wir halten unsere Verteidigungslinien und werden jetzt beginnen, die Kräfte herunterzufahren.“ Am Sonntag waren 350 Einsatzkräfte vor Ort.

Auch der Einsatz der Bundeswehrhubschrauber habe maßgeblich zur Beruhigung beigetragen. „Das sind 1,5 Millionen Liter Wasser, die auf diese Weise in die Fläche gegangen sind. Und das macht sich bemerkbar“, sagte der Landrat.

Wie lange der Einsatz noch dauert, dazu wollten Thomas Müller und Michael Löffler keine genaue Prognose geben. Vielleicht Mittwoch, hieß es, wobei die Lage jeden Tag aufs Neue eingeschätzt werden müsse. „Kommt auch aufs Wetter an. Die Randflächen entlang der Verteidigungslinien werden weiterhin durch Kreisregner benässt“, erklärte Thomas Müller.

Der Waldbrand hat sich in den vergangenen Tagen nur noch langsam ausgebreitet. Das betroffene Waldgebiet umfasst jetzt 388 Hektar, informierte der Landkreis.